PRESSEMITTEILUNG 34/2026
Erftverband entfernt Spurenstoffe mit Pulveraktivkohleanlage aus dem Abwasser
Bergheim/Kaarst, 1. September 2026. Mit der Inbetriebnahme der neuen Pulveraktivkohleanlage (PAK) im Gruppenklärwerk Kaarst-Nordkanal erweitert der Erftverband seine Abwasserreinigung um eine vierte Reinigungsstufe. Die Anlage ergänzt die bestehende Membrantechnik und ermöglicht die gezielte Entfernung von Mikroschadstoffen aus dem Abwasser.
Planung, Erprobung und Umsetzung
Der Realisierung des Projekts gingen umfangreiche Versuche, Anlagenvergleiche und Optimierungen der Dosiertechnik voraus. Nach Abschluss der Planung und Umsetzung im Jahr 2025 wurde die Anlage im Frühjahr 2026 in Betrieb genommen. Die Dosierung der PAK in das Abwasser erfolgt automatisch und lässt sich flexibel an die jeweilige Belastung anpassen. Mikroschadstoffe lagern sich an der Pulveraktivkohle an. Die Membranfilter halten die beladenen Pulverkohleteilchen zusammen mit anderen Partikeln und Krankheitserregern auf der Kläranlage zurück.
Nachhaltige Abwasserbehandlung
Mit der neuen vierten Reinigungsstufe werden unter anderem Arzneimittelrückstände, Haushalts- und Industriechemikalien sowie weitere organische Spurenstoffe aus dem Abwasser entfernt. Es gelangen deutlich weniger schädliche Substanzen in die Gewässer. Die Kombination aus leistungsfähiger Membrantechnik und Pulveraktivkohle trägt dazu bei, die chemische Gewässerqualität langfristig weiter zu verbessern und die Funktion wichtiger Ökosysteme in unseren natürlichen Wasserkreisläufen zu stärken.
Förderung durch das Land und die EU
Das Land Nordrhein-Westfalen und die Europäische Union unterstützen das Projekt mit Fördermitteln aus dem Just Transition Fund (JTF) im Rahmen des Förderprojektes „Blaue Infrastruktur Rheinisches Revier“ (BIRR).
Weitere Informationen:
- Homepage des Erftverbandes
- zum Projekt BIRR
- zum GKW Kaarst-Nordkanal
- zur Abwasserbehandlung beim Erftverband
Zum Hintergrund
Im Rheinischen Revier und damit auch im Rhein-Erft-Kreis steht mit dem geplanten Ausstieg aus der Braunkohle bis zum Jahr 2030 ein umfassender und notwendiger Strukturwandel bevor. Auch die Wasserwirtschaft sieht sich in diesem Kontext mit tiefgreifenden Herausforderungen und Veränderungen konfrontiert. Zu den zentralen Aufgaben gehören die Anpassung der Abwasserbehandlung an zukünftige Anforderungen sowie die Renaturierung von Fließgewässern. Diese Maßnahmen bilden die Grundlage für einen erfolgreichen ökologischen und wirtschaftlichen Wandel in der Region. Das Land Nordrhein-Westfalen und die Europäische Union unterstützen diesen Prozess finanziell durch Fördermittel aus dem Just Transition Fund (JTF) im Rahmen des Förderprojektes „Blaue Infrastruktur Rheinisches Revier“ (BIRR). Diese Mittel stehen gezielt für Projekte zur Verfügung, die die Verbesserung und den Schutz von Oberflächengewässern sowie die Weiterentwicklung der abwassertechnischen Infrastruktur vorantreiben.
Ihre Ansprechpartnerin bei Rückfragen:
Erftverband – Pressestelle
Ronja Thiemann
Am Erftverband 6
50126 Bergheim
02271 88-2127
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