GKW Nordkanal
Eliminationsgrad
- Chemischer Sauerstoffbedarf 97,2%
- Stickstoff 83,9%
- Phosphor 97,3%
Die moderne Kläranlage in Kaarst-Nordkanal nutzt verschiedene Technologien, um eine effiziente und umweltfreundliche Abwasserreinigung zu gewährleisten. Seit Frühjahr 2026 ist sie mit der vierten Reinigungsstufe ausgestattet.
Der Weg der Abwasserreinigung: Bei der Vorreinigung im Pumpwerk (PW) werden mit einem Rechen (R) grobe Feststoffe aus dem Abwasser entfernt. Anschließend werden im belüfteten Sandfang (bSF) Sand und weitere schwere Partikel abgeschieden. Im folgenden Vorklärbecken (VKB) setzen sich Schwebstoffe ab. Mithilfe der Siebung (Si) werden feinere Feststoffe entfernt, bevor das Wasser in die biologischen Reinigungsstufen gelangt. Hier spielen die Denitrifikation (DN) und Nitrifikation (N) eine zentrale Rolle, um Stickstoffverbindungen abzubauen.
Der anfallende Schlamm wird im Faulbehälter (FB) stabilisiert, bevor er in die Schlammentwässerung (SE) gelangt. Durch den Einsatz der Deammonifikation (DEA) wird der Stickstoffabbau weiter optimiert. Die bei der Schlammbehandlung entstehende Energie wird im Blockheizkraftwerk (BHKW) genutzt, um Strom und Wärme für den Eigenbedarf der Anlage bereitzustellen.
In der Membranbelebungsanlage (MBR) erfolgt eine weitergehende Reinigung des Wassers. Die Pulveraktivkohleanlage (PAK) ergänzt die bestehende Membrantechnik und ermöglicht die gezielte Entfernung von Mikroschadstoffen aus dem Abwasser. Die Membranfilter halten die beladenen Pulverkohleteilchen zusammen mit anderen Partikeln und Krankheitserregern auf der Kläranlage zurück. Mit der neuen vierten Reinigungsstufe werden unter anderem Arzneimittelrückstände, Haushalts- und Industriechemikalien sowie weitere organische Spurenstoffe aus dem Abwasser entfernt. Es gelangen deutlich weniger schädliche Substanzen in die Gewässer. Die Kombination aus leistungsfähiger Membrantechnik und Pulveraktivkohle trägt dazu bei, die chemische Gewässerqualität langfristig weiter zu verbessern und die Funktion wichtiger Ökosysteme in unseren natürlichen Wasserkreisläufen zu stärken.
Einzugsgebiet der Kommunen: Kaarst, Korschenbroich, Neuss
Kapazität in Einwohnerwerten
angeschlossene Einwohnerwerte
Abwassermenge (m³/a)
Verfahrenstechnik
Pumpwerk
Rechen
belüfteter Sandfang
Vorklärbecken
Siebung
Denitrifikation
Nitrifikation
Pulveraktivkohle
Membranbelebungsanlage
Faulbehälter
Schlammentwässerung
Deammonifikation
Blockheizkraftwerk
Photovoltaik
Neubau der 4. Reinigungsstufe zur Reduzierung von Mikroschadstoffen
Mit der Einstellung der Braunkohleverstromung wird die Einleitung von Sümpfungswasser entfallen. In der Folge ergibt sich vielfach die Notwendigkeit, die Reinigungsleistung der Kläranlagen zu erhöhen und Spurenstoffe zu entfernen.
Membrantechnik – höchster Standard
Ziel
Spurenstoffelimination in Kombination mit Membrantechnik
Laufzeit: 2024 bis 2026
Investition: 0,91 Mio. €
Spurenstoffelimination
Durch den nachträglichen Bau einer Pulveraktivkohleanlage zur Spurenstoffelimination (z. B. Medikamentenrückstände, chemische Reinigungsmittel) wird auf der Membrananlage der höchste Standard in der Abwassertechnik erreicht.
Mehrwert
• Reduktion von anthroprogenen Spurenstoffen
• höchste Ablaufqualität
• verbesserter (höchster) Gewässerschutz
Pulveraktivkohlesilo
Pulveraktivkohlesilo
Dosieranlage der Pulveraktivkohle
Beiträge zum Gruppenklärwerk Kaarst-Nordkanal
Modernisierung des Gruppenklärwerks in Kaarst-Nordkanal
PRESSEMITTEILUNG 34/2026 Erftverband entfernt Spurenstoffe mit Pulveraktivkohleanlage aus dem Abwasser Bergheim/Kaarst, 1. September 2026. Mit der Inbetriebnahme der neuen Pulveraktivkohleanlage (PAK) im Gruppenklärwerk Kaarst-Nordkanal erweitert der Erftverband seine...
Baustellenfortschritt Gruppenklärwerk Kaarst-Nordkanal
PRESSEMITTEILUNG 46/2025 Inbetriebnahme der Spurenstoffelimination für 2026 geplant Bergheim/Kaarst, 9. Dezember 2025. Der Erftverband treibt den Ausbau der Abwasserreinigung im Gruppenklärwerk Kaarst-Nordkanal weiter voran. Das Land Nordrhein-Westfalen und die...
Stand der Daten: 2025
