Kläranlage Titz-Rödingen: Stilllegung und Überleitung des Abwassers zur leistungsfähigeren Kläranlage Elsdorf

PRESSEMITTEILUNG 38/2026

Erftverband hat Kanalverlegung fertig gestellt

Bergheim/Titz/Elsdorf, 22. September 2026.

Der Erftverband hat im Zuge seines Masterplans Abwasser Ende August 2026 die Kläranlage Titz-Rödingen stillgelegt. Das dort anfallende Abwasser fließt seitdem der leistungsfähigeren und größeren Kläranlage in Elsdorf zu. Um den zuverlässigen Transport der Abwässer zur Kläranlage Elsdorf sicherzustellen, wurde in Titz-Rödingen eine neue Pumpstation inklusive Druckleitung errichtet. Gleichzeitig wurden an der Elsdorfer Anlage umfangreiche Anpassungen der Verfahrenstechnik vorgenommen, um die Kapazitäten zu erweitern und die Energieeffizienz der Abwasserreinigung deutlich zu steigern. Am 22. September wurde die Erweiterung der Kläranlage Elsdorf mit dem Bürgermeister der Stadt Elsdorf symbolisch in Betrieb genommen.

 

Stilllegung im Rahmen des Masterplans Abwasser

Die Kläranlage Rödingen war nach ihrem Umbau Ende der 1990er Jahre die erste Membranbelebungsanlage in Deutschland zur Reinigung kommunaler Abwässer. Der Erftverband und die Fachwelt haben über mehr als 25 Jahre von dieser Pionierarbeit und den langjährigen Betriebserfahrungen profitiert. Der Energieverbrauch der Anlage war nach heutigen Maßstäben und nicht zuletzt aufgrund der geringen Auslastung mit nur rund 2.000 Einwohnern zu hoch. Viele der Neuerungen und Verbesserungen des Membranverfahrens ließen sich in der vorhandenen Anlage nicht mehr realisieren. Eine Fortführung des Betriebs war daher nicht wirtschaftlich. Die Stilllegung der Kläranlage Rödingen und die Überleitung des Abwassers zu einer leistungsfähigeren Verbandskläranlage folgen den strategischen Leitlinien des Masterplans Abwasser des Erftverbandes. Dieser Masterplan definiert die langfristige Ausrichtung der Abwasserbehandlung im Verbandsgebiet und sieht vor, Anlagen zu bündeln, Ressourcen effizienter einzusetzen und die Infrastruktur an zukünftige technische und ökologische Anforderungen anzupassen. Die Entscheidung für die Aufgabe des Standorts Rödingen ist damit ein konsequenter Schritt innerhalb einer übergeordneten Strategie, die Energieeffizienz, Klimaschutz und eine robuste, zukunftsfähige Abwasserbehandlung in den Mittelpunkt stellt.

 

Der Weg des Abwassers von Titz nach Elsdorf

Der Bau der Überleitung von Titz nach Elsdorf erfolgte in mehreren Abschnitten. Der erste Leitungsabschnitt von Titz-Rödingen bis Elsdorf-Oberembt wurde als Druckleitung errichtet. Von dort aus fließt das Wasser zunächst über bereits bestehende Kanäle bis nach Elsdorf-Niederembt. Dort betreibt der Erftverband bereits seit 2011 eine Pumpstation, die bisher das Abwasser aus den Ortsteilen Niederembt und Oberembt zur Kläranlage Elsdorf gefördert hat. Diese Pumpstation und die zugehörige Druckleitung hat der Erftverband in einem zweiten Bauabschnitt saniert und erweitert. Dieser zweite Leitungsabschnitt kreuzt unter anderem den Terranova Speedway und damit die Trasse der zukünftigen Rheinwassertransportleitung zum Tagebau Hambach. Die wesentlichen Arbeiten an Pumpstationen und Leitungen wurden im Zeitraum Februar 2025 bis August 2026 durchgeführt und damit rechtzeitig vor den Arbeiten entlang des Speedway fertig gestellt. Derzeit laufen noch abschließende Arbeiten zur Wiederherstellung von Wegen und Flächen, die im Zuge der Baumaßnahmen genutzt wurden.

 

Modernisierung der Kläranlage Elsdorf

Parallel hat der Erftverband eine Modernisierung und Erweiterung der Kläranlage Elsdorf durchgeführt. Die elektrische und maschinentechnische Ausrüstung der biologischen Reinigungsstufe der Kläranlage wurde umfassend erneuert. Die Kläranlage hat außerdem erstmals ein eigenes Blockheizkraftwerk erhalten. Damit werden Wärme und elektrischer Strom aus Klärgas erzeugt, die mehr als zwei Drittel des Energiebedarfs der Kläranlage decken können. Die Stilllegung der Kläranlage Rödingen und die Nutzung von selbst erzeugter Energie auf der Kläranlage Elsdorf leisten so einen wichtigen Beitrag zur ökologischen und klimatischen Transformation im Rheinischen Revier.

 

Förderung durch das Land und die EU

Das Land Nordrhein-Westfalen und die Europäische Union unterstützen das Projekt mit Fördermitteln aus dem Just Transition Fund (JTF) im Rahmen des Förderprojektes „Blaue Infrastruktur Rheinisches Revier“ (BIRR).

 

Weitere Informationen

 

 

Zum Hintergrund

Im Rheinischen Revier und damit auch im Rhein-Erft-Kreis steht mit dem geplanten Ausstieg aus der Braunkohle bis zum Jahr 2030 ein umfassender und notwendiger Strukturwandel bevor. Auch die Wasserwirtschaft sieht sich in diesem Kontext mit tiefgreifenden Herausforderungen und Veränderungen konfrontiert. Zu den zentralen Aufgaben gehören die Anpassung der Abwasserbehandlung an zukünftige Anforderungen sowie die Renaturierung von Fließgewässern. Diese Maßnahmen bilden die Grundlage für einen erfolgreichen ökologischen und wirtschaftlichen Wandel in der Region. Das Land Nordrhein-Westfalen und die Europäische Union unterstützen diesen Prozess finanziell durch Fördermittel aus dem Just Transition Fund (JTF) im Rahmen des Förderprojektes „Blaue Infrastruktur Rheinisches Revier“ (BIRR). Diese Mittel stehen gezielt für Projekte zur Verfügung, die die Verbesserung und den Schutz von Oberflächengewässern sowie die Weiterentwicklung der abwassertechnischen Infrastruktur vorantreiben.

 

Ihre Ansprechpartnerin bei Rückfragen:
Erftverband – Pressestelle

Ronja Thiemann
Am Erftverband 6
50126 Bergheim

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