Neuss-
Gnadental

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Gewässerprojekte

Steckbrief:

Status: nach Umsetzung

Maßnahme: Teil des Perspektivkonzeptes (Abschnitt 1)
Fokus: Renaturierung
Ort: Neuss-Gnadental
Baubeginn: Oktober 2021
Fertigstellung: August 2022
Flusslänge: vorher 0,6 km, nachher 1,8 km

Wettbewerb UN-Dekade zur Wiederherstellung von Ökosystemen

Die vereinten Nationen haben die Jahre 2021 bis 2030 zur UN-Dekade zur Wiederherstellung von Ökosystemen erklärt und rufen weltweit dazu auf, die Verschlechterung von Ökosystemen zu stoppen und Maßnahmen zur Verbesserung von Ökosystemen durchzuführen.

Im Zuge dessen wurde auch in Deutschland vom Bundesumweltministerium sowie dem Bundesamt für Naturschutz ein Wettbewerb ins Leben gerufen, der für verschiedene Ökosysteme deutschlandweit die 3 besten Projekte prämiert.

Wir haben mit unserem Projekt Erftverlegung Gnadenthal in der Kategorie Gewässer und Auen daran teilgenommen und wurden als eines der TOP 3-Projekte ausgezeichnet.

Über folgenden link gelangt man zur Internetseite unseres Wettbewerbsbeitrags:

Die TH Köln hat das Projekt mit tollen 360° Luftbild-Aufnahmen unterstützt, die einen virtuellen Rundgang durch die Maßnahme ermöglichen:

Es gibt auch noch einen virtuellen Aussichtsturm, der die Entwicklung über die Zeit ermöglicht. Angefangen beim Zustand vor Beginn der Maßnahme bis heute. Auch künftig werden hier noch neue Bilder hinzugefügt.

 

Viel Spaß beim Erkunden der neuen Erft!

 

Eindrücke aus dem Projekt

Informationen zum Projekt

Eine Maßnahme ist ein Teil des Perspektivkonzepts zur ökologischen Verbesserung der Erft.
Ziele: Anpassung an künftige Abflussverhältnisse, Verringerung der Leistungsfähigkeit, Biotopverbund Erftaue, Revitalisierung der Primäraue/häufige Überflutungen, Leitbildkonforme Gewässergestaltung, Laufverlängerung/Erhöhung Windungsgrad/Reduzierung Sohlgefälle, Eigendynamische Entwicklung, Verzicht auf Uferbefestigungen/leistungsschwache Geometrie/Forcierung von Eigendynamik durch hohen Windungsgrad

Vorbereitende Maßnahmen

Für die Erftverlegung in Neuss-Gnadental mussten einige Bäume gefällt werden. Um ganz sicher zu gehen, dass keine Fledermäuse in den Bäumen leben, haben wir zwei Baumkletterinnen zum Nachschauen hochgeschickt, die uns bestätigt haben, dass keine Fledermaus umgesiedelt werden muss.
In der Dämmerung sind zwar ein paar Zwergfledermäuse aktiv, die leben aber am liebsten in Gebäuden – vor allem in Mauerritzen oder Rollladenkästen.

Fischpassbau

Ein wichtiger Bestandteil der Bauarbeiten ist der Beckenfischpass kurz vor der Mündung in den Rhein. Die Erft hat hier ein unnatürlich hohes Gefälle, bedingt durch frühere Ausbaumaßnahmen der Erft und auch durch die Eintiefung des Rheins. Daher ist die Erft so tief im Gelände eingeschnitten, dass sie vollständig von der Aue abgekoppelt ist und diese selbst bei seltenen Hochwasserereignissen nicht mehr flutet. Für die Ausbildung einer vitalen Aue ist das aber erforderlich.

Im Rahmen der Renaturierung wird die Erftsohle um fast 2 m angehoben. Mit dem Pass – auch Sohlengleite genannt – schafft man den größten Teil dieser Sohlanhebung und ermöglicht den in der Erft natürlicherweise vorkommenden Wanderfischen wie Lachs und Aal den Aufstieg aus dem Rhein.

 

 

Spatenstich am 22. November 2021

 

Herstellung des neuen Flussbettes

Schon während des Baus des Fischpasses wurden die neuen Erftabschnitte angelegt. Damit sich die Wasserbewohner auch bereits von Anfang an wohl in der neuen Strecke fühlen, wurden viele verschiedene Strukturen eingebaut, die eine weitere eigendynamischen Entwicklung des Gewässers anschubsen sollen.

Übersicht der verschiedenen Mäanderbögen

 

Erste Entwicklungen sind schon gut erkennbar

 

Das Projekt wurde beim WDR in der Aktuellen Stunde vorgestellt.

Im April 2022 gab es einen Bericht zum Umbau der Erft in Neuss-Gnadental, der einen sehr guten Einblick gibt… in das Projekt, die Vorplanung und die Gründe, warum hier so renaturiert werden muss.

Auengestaltung

Nach Fertigstellung des neuen Gewässerlaufs und dem Rückbau der kompletten Baustelleneinrichtungen konnte die Auengestaltung in Angriff genommen werden.

Teile der Aue werden sich selbständig über verschiedene Sukzessionsstadien wieder zu Waldflächen entwickeln

Die ehemaligen Ackerflächen werden zu artenreichem Grünland entwickelt. Mit Hilfe der Biostation des Rhein-Kreis Neuss wurde abschnittsweise auch Mahdgut anderer Auenfläche als Saatgut aufgebracht, so dass sich möglichst hochwertige und artenreiche Wiesen entwickeln.

Auch wechselfeuchte Bereiche bilden sich aus, die einen wichtigen Lebensraum für Amphibien darstellen.

Wichtig für eine hochwertige Entwicklung der Aue sind häufige Flutungen. Aufgrund der wesentlich geringeren Einschnitttiefe der neuen Erft finden Überschwemmungen jetzt auch wesentlich häufiger statt. Es bleibt spannend, die weiteren Entwicklungen zu beobachten.

Beiträge zum Perspektivkonzept – Projekt Neuss-Gnadental

Festakt Erftverlegung Neuss-Gnadental

Festakt Erftverlegung Neuss-Gnadental

PRESSEMITTEILUNG 26/2022 Erftverband weiht Renaturierungsmaßnahme mit NRW-Umweltminister Oliver Krischer ein Bergheim/Neuss 10. August 2022 Mit der Renaturierung der Erft kurz vor der Mündung in den Rhein bei Neuss hat der Erftverband einen weiteren Abschnitt des...

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