Wirtschaftsplan verabschiedet

Delegiertenversammlung des Erftverbandes beriet auch über Übertragung des Kanalnetzes Weilerswist an den Verband

Die Vertreter der Erftverbandsmitglieder, die am 10. Dezember zur Delegiertenversammlung in Bergheim zusammenkamen, verabschiedeten auch die Veranlagungsrichtlinien und den Wirtschaftsplan 2020 des Verbandes. Das Gesamtvolumen des Wirtschaftsplans umfasst wie im vergangenen Jahr rund 116 Millionen Euro. Die Mitgliedsbeiträge bleiben mit einer geringfügigen Steigerung von 0,53 Prozent weiterhin stabil.

Im kommenden Jahr investiert der Erftverband insgesamt rund 53 Millionen Euro – vor allem in die Modernisierung seiner Abwasseranlagen (24 Millionen Euro), in die Instandsetzung und Ausbau der Kanalnetze (18 Millionen Euro) sowie in den Gewässerausbau, Renaturierung und Hochwasserschutz (4 Millionen Euro).

In der Versammlung stimmten die 102 Delegierten einstimmig für die Übernahme neuer Aufgaben. Dadurch ist es dem Verband möglich, den Betrieb des Kanalnetzes von Weilerswist zu übernehmen. Der Rat der Gemeinde stimmte bereits Anfang Oktober dafür, das Kanalnetz an den Erftverband zu übertragen. Die Bezirksregierung Köln und das Landesumweltministerium von Nordrhein-Westfalen müssen der Übertragung nun ebenfalls noch zustimmen.

Nach Rommerskirchen, Meckenheim und Zülpich wäre Weilerswist das vierte Kanalnetz einer Mitgliedskommune, das der Erftverband betreibt. „Der Erftverband reinigt in seinen 33 Kläranlagen bereits das Abwasser der Mitgliedskommunen. Mit der Verantwortung für den Abwassertransport und die Abwasserreinigung in einer Hand ergeben sich beim Betrieb, bei der Planung sowie bei der Sanierung der abwassertechnischen Anlagen Synergieeffekte für den Verband und Kostenvorteile für die Bürgerinnen und Bürger,“ so Vorstand Dr. Bernd Bucher.

Hintergrundinfo:
Die derzeit 262 Mitglieder des Erftverbandes wählen bzw. bestellen aus ihrer Mitte die Delegiertenversammlung. Sie entspricht der Hauptversammlung einer Aktiengesellschaft und beschließt den Wirtschaftsplan, die Satzung, die Veranlagungsrichtlinien, die wesentlichen Bauvorhaben des Verbandes sowie die Übernahme von Aufgaben. Die Delegiertenversammlung besteht aus 102 Delegierten, die für fünf Jahre bestellt werden und die Mitglieder des Verbandsrates wählen.

Die Mitglieder des Erftverbandes sind in Gruppen zusammengefasst. Jede Mitgliedergruppe (außer der Erftfischereigenossenschaft) erhält zunächst fünf Delegiertensitze. Die restlichen 70 Sitze werden zusätzlich unter den Mitgliedergruppen nach ihren Beitragsleistungen und dem d’Hondt’schen Höchstzahlverfahren verteilt. Zusätzlich entsenden die Erftfischereigenossenschaft und die Landwirtschaftskammer je ein Mitglied. Die Gemeinden haben eine deutliche Mehrheit und belegen 66 Sitze.

[Bergheim, 10. Dezember 2019]