Renaturierung

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– vorher – Naturnahe Umgestaltung der Erft bei Bergheim-Kenten – nachher –

Die Erft unterliegt seit Jahrhunderten sich wandelnden wasserwirtschaftlichen Nutzungen. Bereits im Mittelalter führte der Mühlenbetrieb zu erheblichen Veränderungen an Mittel- und Unterlauf. Aufgrund des geringen Gefälles und der vergleichsweise geringen Wasserführung der Erft wurden keine parallel verlaufenden Mühlengräben angelegt, sondern der komplette Hauptlauf aufgestaut. Folge daraus war eine flächenhafte Versumpfung der Erftaue mit negativen gesundheitlichen Folgen für die Bevölkerung (Sumpffieber, Malaria), die Anlass gab für die große Erftmelioration im 19. Jahrhundert. Im Zuge dieser wurde die Erft begradigt und kanalartig ausgebaut. Im 20. Jahrhundert kamen die Einflüsse der großtechnischen Braunkohleförderung und der Intensivierung der Landwirtschaft hinzu. So erforderte das Vordringen des Tagebaus die mehrfache Verlegung der Erft und zur Ableitung des Sümfungswassers wurde die untere Erft ab Bergheim nochmals ausgebaut. Durch intensive landwirtschaftliche Nutzung kommt es zu Belastungen durch Nährstoffeinträge aus abgeschwemmtem Bodenmaterial.

Auch diese Einflüsse führten zu einer sogenannten ökologischen „Verarmung“ der Erft und ihrer Nebengewässer. Dies bedeutet eine im Vergleich zu natürlicheren Gewässern deutlich geringere Artenvielfalt. Es dominieren Arten, die nur geringe Anforderungen an ihren Lebensraum stellen. Um dem entgegenzuwirken ist eine naturnahe Umgestaltung der Gewässer erforderlich mit dem Ziel, strukturreiche, vielfältige Lebensräume zu schaffen. Dies zu erreichen ist ein wesentliches Ziel der im Jahr 2000 in Kraft getretenen Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL).

Erftverband

Am Erftverband 6
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