HRB Schwerfen
Gewässerprojekte
Lage und Konzept
Im Rotbachtal zwischen Zülpich-Schwerfen und Mechernich-Eicks wird ein neues Hochwasserrückhaltebecken (HRB) mit einem Rückhaltevolumen von etwa 222.000 m³ zum Schutz der unterhalbgelegenen Ortslagen geplant. Dazu soll ein 11 m hohes Dammbauwerk errichtet werden, vor dem der Rotbach im Hochwasserfall aufgestaut und der unterwasserseitige Abfluss auf ein möglichst schadloses Maß gedrosselt wird.
Planungsstand und Vorzugsvariante
Im Mai 2024 startete die Objektplanung. In der Vorplanung wurden zunächst verschiedene Planungsvarianten untersucht und eine Vorzugsvariante identifiziert. Diese sieht vor, den Damm an eine in das Tal vorspringende Geländekuppe anzuschließen, wodurch die bestehende Topographie optimal ausgenutzt wird. In den Damm wird ein Auslassbauwerk integriert, in dem Ökodurchlass, Betriebsauslass und Hochwasserentlastungsanlage vereint sind. Der Rotbach wird durch das Auslassbauwerk hindurchgeführt und dafür auf einem kurzen Abschnitt verlegt. Auf dem Damm wird das Betriebsgebäude errichtet, in dem sich die wesentlichen Bestandteile für die Überwachung und Steuerung des HRB befinden. Auf und neben dem Damm werden Wege angeordnet, die in erster Linie der Unterhaltung des Bauwerks dienen. Diese werden an die vorhandenen Wege angeschlossen, sodass diese auch weiterhin erreichbar bleiben. Zusätzlich wird ein neuer Pegel zirka 800 m unterhalb des Dammbauwerks errichtet, über den die abgegebene Wassermenge gemessen werden kann.
Betrieb des Beckens und Hochwasserfall
Da es sich um ein »grünes« Becken ohne Dauerstau handelt, ist der Beckenraum in der Regel trocken – daher auch Trockenbecken genannt. In diesem Fall sind der Ökodurchlass und der Betriebsauslass geöffnet, damit das Bauwerk von terrestrischen und aquatischen Lebewesen passiert werden kann. Tritt ein Hochwasser auf, das den schadlosen Abfluss überschreitet, wird der Abfluss nur noch über den Betriebsauslass abgegeben und das Becken wird eingestaut. Im seltenen Fall eines Überschreitens des Stauziels wird das Wasser zum Schutz des Damms zusätzlich über zwei Stauklappen im oberen Bauwerksteil abgegeben. Als zusätzliche Sicherheit ist eine sogenannte Dammscharte vorgesehen, über die der Damm im Extremfall schadlos überströmt werden kann.
Bauwerksteile und Schutzmaßnahmen
Direkt unterhalb des Betriebsauslasses und des Ökodurchlasses auf der Luftseite des Damms wird die Energieumwandlung angeordnet. Diese dient dazu, dem abgegebenen Wasser Energie zu entziehen. Auf der Wasserseite dienen eine Treibgutsperre aus Betonpfählen und zwei Grobrechen dazu, die Betriebsöffnungen von Treibgut freizuhalten.
Weiteres Vorgehen und Zeitplan
Die umfangreiche Planung für das Hochwasserrückhaltebecken wird derzeit finalisiert und soll im Sommer 2026 bei der Bezirksregierung Köln eingereicht werden. Nach der Genehmigung kann der Bau frühestens im Jahr 2029 beginnen. Aktuell wird von einer Bauzeit von etwa einem Jahr ausgegangen.
Beiträge zum Hochwasserschutzprojekt Schwerfen
Artenschutzmaßnahmen für geplantes Hochwasserrückhaltebecken Schwerfen gestartet
PRESSEMITTEILUNG 16/2026 Erftverband sichert Lebensräume für Specht, Haselmaus & Co. Bergheim/Zülpich, 16. April 2026. Auf den Wiesenflächen neben der alten Talmühle in Schwerfen hat der Erftverband erste Artenschutzmaßnahmen für das geplante...

