Vorstand Norbert Engelhardt in den Ruhestand verabschiedet

Dr. Uwe Friedl, Norbert Engelhardt und Dr. Bernd Bucher

Nach 35 Jahren beim Erftverband geht Norbert Engelhardt am 30. September in den Ruhestand. Im Rahmen einer Feierstunde am 28. September auf der Kommandeursburg in Kerpen-Blatzheim verabschiedete sich der Vorstand des Erftverbandes und Geschäftsführer der Erftverband aqua tec GmbH von den Verbandsmitgliedern und Gästen aus Politik, Wirtschaft und Forschung.

Der Verbandsratsvorsitzende Dr. Uwe Friedl, Ministerialdirigent Gerhard Odenkirchen (Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes NRW), Karl-Heinz Brandt (Vorstand der Linksniederrheinischen Entwässerungsgenossenschaft LINEG) als Vertreter der Arbeitsgemeinschaft der Wasserwirtschaftsverbände agw sowie sein designierter Nachfolger Dr. Bernd Bucher würdigten in ihren Redebeiträgen Engelhardts herausragenden Leistungen und Verdienste für den Erftverband und die Wasserwirtschaft.

In seiner gesamten Zeit beim Erftverband prägte Norbert Engelhardt maßgeblich den Einsatz der Membranbelebungstechnik beim Verband und die Weiterentwicklung des Verfahrens – zuletzt durch die Erweiterung der Membranbelebungsanlage auf dem Gruppenklärwerk Kaarst-Nordkanal um eine Klärschlammbehandlung mit Klärgasverwertung. Der große Nutzen der Membranbelebungstechnik für die Abwasserreinigung stand für ihn außer Frage – nicht zuletzt in der Diskussion um multiresistente Keime und Mikroplastik im Abwasser. Denn das Verfahren stellt eine zuverlässige Methode dar, um Krankheitserreger und Mikroplastik aus dem Abwasser zu entfernen.

Norbert Engelhardt brachte die Fachkompetenz des Erftverbandes aktiv ein in die Diskussion um die Einführung der 4. Reinigungsstufe und Spurenstoffelimination. Mit dem Forschungsprojekt Spurenstoffagenda Erft ermittelte der Erftverband zunächst die Spurenstoffbelastung der Erft und ihrer Nebenflüsse. Darauf aufbauend wurden Machbarkeitsstudien für zehn Kläranlagen erstellt. Die Spurenstoffagenda Erft bietet dadurch die Grundlage für alle weiteren Überlegungen zur Einführung einer 4. Reinigungsstufe.

Unabhängig von der Spurenstoffagenda Erft bearbeitete der Erftverband unter der Leitung von Vorstand Norbert Engelhardt weitere Projekte zur Spurenstoffelimination, beispielsweise die Ausstattung des Retentionsbodenfilters Rheinbach mit einer Aktivkohleschicht, der Einsatz eines Aktivkohlefilters auf der Kläranlage Bergheim-Glessen oder das Einbringen von Aktivkohle direkt in die Belebungsbecken auf dem Gruppenklärwerk Kaarst-Nordkanal.

Ein besonderer Schwerpunkt von Engelhardts Arbeit bestand darin, den Energieverbrauch der technischen Anlagen zu senken und den Grad der Eigenenergieerzeugung weiter zu steigern. Durch die Anstrengungen in diesem Bereich kann der Erftverband mittlerweile 36,5 Prozent des Strombedarfs aus eigenen Energiequellen – Klärgas und Solarenergie – decken.

Einen hohen Stellenwert maß Norbert Engelhardt als Vorstand auch den Managementsystemen des Erftverbandes bei und der damit verbundenen kontinuierlichen Verbesserung der Arbeitsabläufe und Organisationsstrukturen. Das Qualitäts-, Umwelt- und Technische Sicherheitsmanagementsystem des Erftverbandes erweiterte er zur Mitte des Jahres um ein Energiemanagementsystem und ergänzte das Integrierte Managementsystem dadurch um einen weiteren wichtigen Baustein.

Norbert Engelhardt (Jahrgang 1954) studierte Bauingenieurwesen an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen und arbeitete nach dem 1. Staatsexamen zunächst zwei Jahre als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Landesamt für Wasser und Abfall NRW. Es folgte ab 1981 der Vorbereitungsdienst für die höhere Technische Verwaltungslaufbahn beim damaligen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten NRW (heute Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes NRW) im Bereich Wasserwesen. Hier vertiefte Engelhardt seine Kenntnisse auf den Gebieten Management, Recht und Wasserwirtschaft. Nach knapp zwei Jahren schloss er 1983 das Referendariat mit dem 2. Staatsexamen erfolgreich ab. Für seine schriftliche 2. Staatsarbeit wurde der Bauassessor mit dem Schinkelpreis in Berlin ausgezeichnet.

Noch im gleichen Jahr – 1983 – trat Norbert Engelhardt eine Stelle beim Erftverband als Abteilungsleiter „Oberirdische Gewässer – Betrieb“ an, die nach wenigen Jahren um die Aufgabe „Bau“ erweitert wurde.

1990 wechselte er in den Bereich Abwasser, wo er zunächst die Abteilung „Abwasseranlagen Planung“, später die Abteilung „Abwassertechnik – Planen und Bauen“ leitete. 2001 wurde der Abwasserfachmann zum Bereichsleiter Abwassertechnik mit den Abteilungen Technische Dienste, Planen und Bauen, Betrieb Abwasser und Labor bestellt und 2005 zusätzlich zum Ständigen Vertreter des Vorstands berufen. 2013 folgte er Dr. Wulf Lindner als Vorstand des Erftverbandes.

[Bergheim, 28. September 2018]

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