Unternehmerpark Kottenforst: Erschließungsarbeiten fertiggestellt

Nur ein Jahr nach dem Spatenstich und weit vor dem Zeitplan liegend feiern die Stadt Meckenheim und der Erftverband mit dem Pflanzen einer Säulenhainbuche den Abschluss der Erschließungsarbeiten und damit die Eröffnung des Unternehmerparks Kottenforst. Das Vorzeigeprojekt, mit dem die Apfelstadt den Klimaschutz voranbringt und überregional neue Maßstäbe setzt, nimmt konkrete Gestalt an, zumal sich in den nächsten Monaten die ersten Unternehmen ansiedeln wollen. Mit ansprechender Architektur und dem Einsatz natürlicher Baumaterialien werden sich die Gebäude nahtlos in die Landschaft des „bio innovation park Rheinland“ einfügen.

„Der Unternehmerpark Kottenforst eröffnet uns die Möglichkeit, dem enormen Bedarf an Gewerbeflächen im Köln-Bonner Raum nachzukommen. Die Betriebe profitieren von der direkten und damit idealen Anbindung an zwei Autobahnen und an die Bahnlinie. Durch die hervorragende Verkehrsinfrastruktur werden Liefer-, Mitarbeiter- und Besucherströme reduziert“, sagt Bürgermeister Bert Spilles. „Vor allem aber werden wir unserer Generationenverantwortung gerecht. Denn wer sich im Unternehmerpark Kottenforst ansiedelt, entscheidet sich für den bewussten Umgang und Einsatz vorhandener Ressourcen, die Minimierung des Energieverbrauchs und das Bewahren der Umwelt – kurzum für den Klimaschutz“, fährt der Bürgermeister fort.

„Als wasserwirtschaftliches Dienstleistungsunternehmen unterstützt der Erftverband seine Mitgliedskommunen bei ihrer Weiterentwicklung. Daher hatte die Erweiterung des Industrieparks Kottenforst für uns von Anfang an höchste Priorität. Der Erftverband hat hier unter Beweis gestellt, dass auch Projekte dieser Größenordnung im veranschlagten Zeit- und Kostenrahmen realisiert werden können“, so Dr. Bernd Bucher, Vorstand des Erftverbandes.

Nach drei Jahren Vorplanung hatten Bürgermeister Bert Spilles und der Erftverband-Vorstand Dr. Bernd Bucher am 14. November 2018 mit dem Spatenstich den Startschuss für die Erschließungsarbeiten am Unternehmerpark Kottenforst gegeben. Das monetäre Gesamtvolumen beläuft sich auf rund 10 Millionen Euro, einschließlich verschiedener Erweiterungsmaßnahmen wie beispielsweise der kleinere Kreisverkehr und die Verlegung eines Entwässerungsgrabens. Ursprünglich sollten die Erschließungsmaßnahmen bis zum Frühjahr 2020 beendet sein. „Dass die Arbeiten mit solch einem Tempo und so reibungslos verlaufen sind und wir deren Abschluss schon im November 2019 feiern können, ist der große Verdienst aller am Projekt Beteiligten“, lobt Spilles. Die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Erftverband als Partner und Bauherrn, mit der Strabag als ausführendem Unternehmen und mit Kempen Krause Ingenieure Aachen als Planer und Baubegleitung hebt der Bürgermeister besonders hervor.

Erschließungsmaßnahmen

Im Zuge der Erschließungsmaßnahmen hatte der Erftverband, Betreiber des Meckenheimer Kanalnetzes, neue Schmutz- und Niederschlagswasserleitungen im Trennsystem verlegt. Dadurch wird stark verschmutztes Abwasser und gering belastetes Niederschlagswasser von Beginn an in zwei unabhängigen Leitungssystemen transportiert und nicht vermischt.

Das im Unternehmerpark anfallende Niederschlagswasser wird in einem eigenen, etwa 2,1 Kilometer langen Leitungssystem gesammelt und über offene Gräben sowie ein Havarie-Becken gedrosselt in den Eisbach eingeleitet. Das Grabensystem dient dabei zusätzlich als Rückhalteraum.

Das Schmutzwasser hat ebenfalls ein unabhängiges Kanalnetz von rund 2,8 Kilometern Länge erhalten. Es führt zu einer Pumpstation. Von dort aus gelangt das Schmutzwasser über eine ca. 600 Meter lange Druckleitung in die bestehende Kanalisation an der K 53 und letztlich zum Gruppenklärwerk Flerzheim.

Den Unternehmerpark Kottenforst erschließen vier neue Straßen. Von der Hauptzufahrt, die über einen Kreisverkehr in die Straße „Am Pannacker“ mündet, führen drei Stichstraßen als Sackgassen in Richtung Westen. Der kleine Kreisverkehr lässt die Möglichkeit offen, den Unternehmerpark Kottenforst später direkt an die L 261 anzubinden.

Im Zuge der Erschließungsmaßnahmen wurden auch verschiedene Versorgungsleitungen für Trinkwasser, Strom, Gas und Telekommunikation verlegt.

Weitere Arbeiten

Zwischen der südlichen Bebauungsgrenze und der K 53 ist ein neuer Retentionsbodenfilter zur weitergehenden Reinigung von Niederschlagswasser entstanden. Dadurch wird der Swistbach in Meckenheim bei ergiebigem Niederschlag entlastet und die Gewässergüte verbessert.

Das Erdbecken verfügt über eine Filterfläche von rund 3.300 Quadratmetern und kann bei starken Niederschlägen etwa 1,76 Millionen Liter Wasser aus dem vorgeschalteten Kanalnetz zurückhalten. Das gespeicherte Niederschlagswasser versickert im Becken und durchströmt dabei eine Filterschicht aus feinem Sand, die mit Schilf bepflanzt ist. Sie sorgt dafür, dass Schmutzstoffe zurückgehalten werden. Das Erdbecken ersetzt das vormalige Regenrückhaltebecken. Die Kosten der Maßnahme belaufen sich auf ca. 3,4 Millionen Euro. Sie wird vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert.

Des Weiteren haben die Stadtwerke Meckenheim eine Trinkwasserleitung erneuert. Diese Trasse verläuft parallel zur K 53 von der Buschstraße bis zur Kreuzung L 261/K 53. Im Zuge der Neuverlegung wurden drei Stahlrohre im Horizontal-Pressbohrverfahren unter der K 53, der Bahnstrecke und der L 261 vorgetrieben.

Unternehmerpark Kottenforst

Mit dem Unternehmerpark Kottenforst stößt die Stadt Meckenheim städtebaulich in neue Dimensionen vor: Seine Gesamtfläche beträgt mit ihren 45 Hektar rund ein Drittel des alten Industrieparks Kottenforst, der sich auf 137 ha verteilt. Als Eigentümerin setzt die Stadt Meckenheim bewusst auf nachhaltige Erfolge und nicht auf kurzfristige Gewinne.

Für die Profilierung des Unternehmerparks wurden durch die Wirtschaftsförderung Ansiedlungskriterien entwickelt. Zu ihnen zählen unter anderem die Zugehörigkeit zum Branchencluster „bio innovation“ beziehungsweise die Stellung im Wertschöpfungsmodell „Präzisionsgartenbau“, der ressourcenschonende Umgang mit Flächen, die Bebauung, Gestaltung und Nutzung der Grundstücke, insbesondere das Bauen mit Holz und der Einsatz erneuerbarer Energien sowie weitere Klimaschutzmaßnahmen. Hierzu werden die Interessenten von einem Experten der Alanus Hochschule beraten und gegebenenfalls im Planungsprozess begleitet. Ein Beratungshandbuch für das Bauen mit Holz und nachwachsenden Rohstoffen wurde eigens dazu entwickelt. In die Bewertung fließen überdies die Verkehrseffekte und die gesellschaftliche Verantwortung, die ein Unternehmen übernimmt, ein.

Ein 20-Meter-Grünstreifen zur L 261 wird dem Unternehmerpark Kottenforst ein markantes Gesicht geben. Er wirkt später als repräsentative Schauseite, die ohne offene Lagerflächen gestaltet werden soll. Vielmehr sollen dort Pflanzen sprießen. Die naturnahe Gestaltung geht einher mit den zukunftsweisenden Ansiedlungskriterien, die im Unternehmerpark Kottenforst angelegt werden: der Einsatz von Photovoltaikanlagen auf Dächern und Wänden, die Nutzung von grünem Strom, Solarthermie, Geothermie, die energetische Nutzung nachwachsender Rohstoffe und die Energieerzeugung durch Kraft-Wärme-Kopplung (KWK-Anlagen). Erwünscht sind überdies innovative Betriebe, die sich mit alternativen Antrieben und Mobilität beschäftigen und dieses Thema in der Praxis umsetzen.

Mit der Vermarktung des Unternehmerparks Kottenforst wurde im vierten Quartal 2018 begonnen und es sind bereits Erfolge zu verzeichnen. Erste Grundstücke sind mittlerweile verkauft, weitere konkrete Beratungs- und Ansiedlungsgespräche laufen. Im kommenden Jahr dürften die Betriebe mit ihren Bauvorhaben beginnen.

Erstes Unternehmen, das sich ansiedeln wird, ist die Aubergine & Zucchini GmbH aus Bonn, die im kommenden Jahr eine Großküche mit Verwaltung errichten und mit ihrem Unternehmen 2021 nach Meckenheim umziehen wird. Der Caterer bereitet aktuell 6.500 Mahlzeiten zu und beliefert Kindertagesstätten, Schulen und Betriebe in der Region mit Vollwertkost.

[Bergheim, 19. November 2019]

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