„Tief Mitteleuropa“ verschont Erfteinzugsgebiet

Die als „Tief Mitteleuropa“ bezeichnete Wetterlage Ende Mai/Anfang Juni mit häufigen Gewittern und Starkregen verlief für das Erfteinzugsgebiet weitgehend glimpflich. Die heftigen Niederschläge führten am 2. Juni auch an Erft und Swist zu Hochwasser, jedoch blieb es zumeist bei überschwemmten Wegen entlang der Gewässer. Die Hochwasserprognosen des Erftverbandes zeigten frühzeitig, dass an Erft und Swist mit Hochwasser zu rechnen ist. Durch Einstau des Hochwasserrückhaltebecken Eicherscheid konnten Schäden am Oberlauf der Erft verhindert werden. Das Hochwasserrückhaltebecken bei Mödrath und der natürliche Retentionsraum im Kerpener Bruch reduzierten das Hochwasser am Mittellauf der Erft auf ein einjährliches Ereignis. Erstmalig wurde auch das 2015 in Betrieb gegangene Hochwasserrückhaltebecken Garsdorf bei Bedburg vorsorglich eingestaut.

Im Gegensatz zu der rechtzeitig vorhergesagten Hochwassersituation an Erft und Swist kam es durch mehrere lokal begrenzte Starkregenereignisse zu Schäden durch ausufernde Bäche oder „wild“ abfließendes Oberflächenwasser. So zum Beispiel am 6. Juni in Mechernich-Weyer und Nettersheim-Pesch. Die benachbarte Niederschlagsmessstation des Erftverbandes in Nettersheim-Zingsheim verzeichnete innerhalb von vier Stunden rund 50 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. Dies entspricht statistisch gesehen einem 100-jährlichen Regenereignis. An den benachbarten Stationen in Nettersheim-Buir und Mechernich-Harzheim wurden dagegen im gleichen Zeitraum nur 0,6 bzw. 4,8 Liter gemessen. Im Zentrum der lokal begrenzten Gewitterzelle waren die Niederschlagsmengen vermutlich noch höher. Der Eschweiler Bach in Gilsdorf, der Weyer Bach (Hauserbach) in Eiserfey und der Veybach in Vussem uferten aus und führten zu Schäden an Gebäuden. Unterhalb von Mechernich-Breitenbenden hatte sich die Hochwasserwelle im Veybach soweit abgeflacht, dass der Bach ab dort nicht mehr über die Ufer trat und es bei einem ein- bis zweijährlichen Hochwasser blieb.

Das Hochwasserereignis an Erft und Swist zeigt deutlich, wie wichtig eine gute Prognose für das richtige Management des Hochwassereinsatzes ist. Hochwasserrückhaltebecken, die im Erfteinzugsgebiet auf ein 100-jährliches Hochwasserereignis ausgelegt sind, sowie natürliche Rückhalteräume an den Gewässern können eine Hochwasserwelle deutlich verringern und schadhaftes Ausufern verhindern. Es zeigt sich aber auch, dass Unwetterwarnungen aufgrund der von den Wetterdiensten betriebenen Modelle zwar möglich sind, eine Vorhersage von Starkregenereignissen mit genauer Lokalisierung und zu erwartenden Niederschlagsmengen jedoch weiter schwierig bleibt. Daher können wirksame Gegenmaßnahmen gegen kleinräumige Überschwemmungen wie am 6. Juni kaum im Vorfeld, sondern erst bei Eintreten des Ereignisses ergriffen werden.

Hochwasserrückhaltebecken Garsdorf/Speedway

Speedway im Hochwasserrückhaltebecken Garsdorf am 2. Juni 2016

[Bergheim, 5. Juli 2016]

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