Sturm, Starkregen, Hochwasser – Wasserwirtschaftsjahr 2014 zeigte sich abwechslungsreich

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Anlässlich des endenden Wasserwirtschaftsjahres begrüßten Dr. Dieter Gärtner, stellvertretender Verbandsratsvorsitzender, und Norbert Engelhardt, Vorstand des Erftverbandes, am 31. Oktober rund 250 Gäste im Kulturhof des Klosters Knechtsteden, Dormagen, zum „Wasserwirtschaftssilvester“. Als Gastredner dieser besonderen Silvesterfeier des Erftverbandes referierte Dr. Jaroslav Poncar von der Fachhochschule Köln über die Mysterien der heiligen Flüsse Indiens.

Der Erftverband-Zukunftspreis, den der Verband im Rahmen der Veranstaltung zum vierten Mal verleiht, geht in diesem Jahr an zwei Preisträger. Zum einen erhalten die Erzieherinnen und Erzieher der städtischen Kindertageseinrichtung Euskirchen-Kreuzweingarten den Preis für ihr beispielhaftes Engagement, Kinder für die Natur und besonders das Element „Wasser“ zu begeistern. So lernen bereits die Kleinsten spielerisch Technik und Naturwissenschaften kennen.

Der Zukunftspreis des Erftverbandes 2014 geht ebenfalls an Sebastian Ziskoven, Student der Fachhochschule Köln, für seine Bachelor-Arbeit. Ziskoven sammelte Daten und Erfahrungen zur Wirtschaftlichkeit von Blockheizkraftwerken auf Kläranlagen und schuf damit wichtige Grundlagen für die Nutzung von Klärgas als regenerativem Energieträger.

Das Wasserwirtschaftsjahr 2013/2014 bot vor allem in den Sommermonaten extreme Wetterlagen: Sturm, Starkregen und Hochwasser. Nicht zuletzt dank der mit großem Einsatzwillen der Mitarbeiter sofort nach dem Pfingststurm „Ela“ begonnenen Aufräumarbeiten an der Erft kam es zu keinen nennenswerten Hochwasserschäden im Verbandsgebiet.

Die Wintermonate und das Frühjahr präsentierten sich jedoch mit milden Temperaturen und wenig Regen. Direkt zu Beginn des Wasserwirtschaftsjahres im November 2013 stellte der Erftverband den neuen naturnahen und rund 1,3 Kilometer langen Gewässerlauf der Erft bei Bergheim-Kenten fertig und leitete die Erft unter großem öffentlichem Interesse in das neue Bett um. Dieser neue Gewässerabschnitt ist für Fische und Wasserorganismen frei durchwanderbar, bietet zahlreichen Tier- und Pflanzenarten neue Lebensräume und dient bereits bei kleineren Hochwasserereignissen als Rückhalteraum. Nach dieser ersten Maßnahme aus dem Perspektivkonzept rückt nun die Umsetzung der Renaturierung bei Neuss-Gnadental näher.

Besonders hervorzuheben ist auch der Masterplan Abwasser 2025. Er sieht vor, in den nächsten elf Jahren 19 der 40 Kläranlagen des Verbandes stillzulegen und das Abwasser auf den verbleibenden Kläranlagen zu reinigen. Dadurch nutzt der Erftverband diese größeren Anlagen effizienter aus und verhindert hohe Investitionskosten für die Sanierung alter Anlagen. Zwei Maßnahmen befinden sich bereits in der Umsetzung: Um das Abwasser aus Dürscheven zukünftig auf dem Gruppenklärwerk Obergartzem-Enzen reinigen zu können, baut der Verband derzeit eine rund 2,8 Kilometer lange Druckleitung von der Kläranlage Dürscheven nach Enzen. Die Kläranlage Dürscheven wird anschließend zurückgebaut.

Auch die Kläranlage Villau wird stillgelegt und das Abwasser zur Kläranlage Grevenbroich übergeleitet. Im Zuge des Straßenausbaus der K 10 verlegt der Erftverband hier gemeinsam mit dem Rhein-Kreis Neuss eine rund 3,5 Kilometer lange Freispiegelleitung als Teilstück des insgesamt zirka 7,3 Kilometer langen Kanalsammlers.

Häufige Starkregenereignisse im Sommer belasteten vielerorts die kommunalen Abwasserkanäle. Trotz Kanalnetzen, die nach aktuellem Stand der Technik geplant wurden und nachweislich einwandfrei funktionieren, konnte die Infrastruktur die innerhalb kürzester Zeit fallenden Niederschlagsmengen nicht aufnehmen. Der Erftverband sieht hier ein zusätzliches Informationsbedürfnis der Bürger und wird neben den Aufgaben des Betriebs der Kanalnetze von Rommerskirchen, Meckenheim und Zülpich noch stärker tätig werden, vor allem in Bezug auf Schutz- und Gegenmaßnahmen, die die Anwohner selbst ergreifen können.

[Bergheim, 31. Oktober 2014]

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