Spurenstoffagenda Erft: Erftverband erstellt Machbarkeitsstudien für zehn Kläranlagen

Das aufwändige Untersuchungsprogramm „Spurenstoffagenda Erft“ des Erftverbandes zeigt, dass Spurenstoffe unter anderem über das gereinigte Abwasser und Mischwasserentlastungen aus dem Kanalnetz in die Gewässer eingetragen werden.

Auf Grundlage der ermittelten Messwerte erstellte der Erftverband für die zehn im Programm untersuchten Kläranlagen Grevenbroich-Wevelinghoven, Grevenbroich-Noithausen, Bedburg-Kaster, Bergheim-Kenten, Erftstadt Köttingen, Weilerswist, Rheinbach-Flerzheim, Rheinbach, Euskirchen Kessenich und Bad Münstereifel-Kirspenich sogenannte Machbarkeitsstudien. Dabei betrachtete er unterschiedliche Verfahren zur Spurenstoffelimination, unter anderem die Zugabe von Ozon sowie die Zugabe von Aktivkohle.

Ziel dieser Studien war zum einen, die Umsetzbarkeit für die jeweilige Anlage zu untersuchen und die beste Technik zur Spurenstoffelimination auszuwählen, sowie auch die Kosten und die spezifischen Kosten pro Kubikmeter Abwasser für die Behandlung des Abwassers mit einer 4. Reinigungsstufe zu ermitteln.

Die Machbarkeitsstudien zeigen, dass die spezifischen Kosten für die zusätzliche Reinigungsstufe – je nach Verfahren und vorhandener Technik – in der Regel zwischen zehn und 20 Cent pro Kubikmeter Abwasser liegen würden.

Die Studien untersuchten auch, welche wirtschaftlichen Unterschiede sich ergeben, wenn statt 100 Prozent des gereinigten Abwassers (Vollstrombehandlung) nur 80 Prozent (Teilstrombehandlung) in einer vierten Reinigungsstufe nachbehandelt werden. Dabei zeigte sich, dass der Wirkungsgrad einer Vollstrombehandlung nur rund zwei Prozent höher ist als der Wirkungsgrad der Teilstrombehandlung, jedoch eine rund 40 bis 50 Prozent höhere Investition notwendig wäre.

Unabhängig von der Spurenstoffagenda Erft bearbeitet der Erftverband derzeit mehrere Projekte zur Spurenstoffelimination, die vom Land NRW gefördert werden. Seit Februar baut der Verband auf dem Gelände der Kläranlage Rheinbach einen Retentionsbodenfilter, über den das gereinigte Abwasser der Kläranlage geleitet wird, um Spurenstoffe zurückzuhalten. Darüber hinaus hat der Erftverband ein Forschungs- und Entwicklungsprojekt für die Kläranlage Glessen beantragt, in dem das gereinigte Abwasser aus der Membrananlage über einen Filter mit granulierter Aktivkohle geleitet wird. Beim dritte Projekt auf dem Gruppenklärwerk Kaarst-Nordkanal soll Pulveraktivkohle direkt in die Belebungsbecken mit der Membrananlage gegeben werden, um die Spurenstoffe ohne zusätzliche Reinigungsstufe zurückzuhalten.

[Bergheim, 5. Juli 2018]

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