Masterplan Abwasser 2025: Erste Kläranlagen stillgelegt

Der Masterplan Abwasser 2025 des Erftverbandes sieht vor, bis zum Jahr 2025 insgesamt 19 Kläranlagen des Verbandes stillzulegen und das Abwasser auf den verbleibenden Kläranlagen zu reinigen. Die ersten beiden Kläranlagen – Haus Bollheim und Dürscheven in Zülpich – hat der Erftverband nun stillgelegt. Die Kläranlage Rommerskirchen-Villau wird voraussichtlich noch in diesem Jahr vom Netz gehen. Derzeit errichtet der Erftverband auf dem alten Kläranlagengelände ein Pumpwerk, das das Abwasser der Ortslage über einen neuen Verbindungssammler zur Kläranlagen Grevenbroich transportiert.

Durch das Überleiten von Abwasser auf die größeren Klärwerke nutzt der Erftverband diese Anlagen effizienter aus und verhindert hohe Investitionskosten für die Sanierung alter Anlagen.

Der Masterplan Abwasser 2025 entwirft darüber hinaus Strategien, um den Energieverbrauch von abwassertechnischen Anlagen zu senken sowie das bei der Abwasserreinigung anfallende Klärgas als Energieträger direkt auf der Kläranlage zu verwenden. Der Erftverband nutzt auf zahlreichen Anlagen bereits Blockheizkraftwerke, um Strom zu erzeugen. Auf diese Weise deckt er mehr als 25 Prozent seines Strombedarfs und senkt die Kosten für den externen Strombezug.

Auch die Reinigung von Niederschlagswasser ist im Masterplan berücksichtigt. Siedlungen, Kanäle und Kläranlagen müssen für starke Regenereignisse durch Regenrückhaltebecken und Retentionsbodenfilter geschützt werden. Sie verhindern gleichzeitig, dass ungereinigtes Mischwasser aus überlasteten Kanälen in die Gewässer gelangt. Voraussichtlich im Herbst wird der Erftverband zwei neue Retentionsbodenfilterbecken in Betrieb nehmen, wenn das im Frühjahr gepflanzte Schilf angewachsen ist.

Die Baukosten für die beiden Becken in Nideggen-Berg und Erftstadt-Köttingen betragen 1,4 bzw. 1,5 Millionen Euro und werden zu 50 Prozent vom Land NRW gefördert. Retentionsbodenfilter sammeln und speichern das bei starken Niederschlägen anfallende Mischwasser aus der Kanalisation. Schilfpflanzen und spezieller Filtersand im Innenbereich des Bodenfilters reinigen das Wasser von Schad- und Schwebstoffen, bevor es in ein Gewässer eingeleitet wird. Durch die zusätzliche Reinigung entlastet die Anlage das Gewässer von Schadstoffen und verbessert dadurch die Wasserqualität. Der Erftverband betreibt derzeit 28 Retentionsbodenfilterbecken und ist damit deutschlandweit führend auf dem Gebiet der weitergehenden Niederschlagswasserbehandlung.

Bauwerke und Anlagen der Abwassertechnik sind langfristige Investitionsgüter. Die wirtschaftliche Lebensdauer von Kläranlagen beträgt rund 30 Jahre, die Lebensdauer von Kanälen sogar mehr als 60 Jahre. Die Bedeutung dieser Anlagen für die Gesundheit der Bevölkerung, den Natur- und Umweltschutz und den Schutz von Gebäuden und Siedlungen übersteigt den rein finanziellen Wert deutlich. Der Erftverband verfolgt daher das Ziel, seine technischen Anlagen und Maschinen nachhaltig zu bewirtschaften, zu erhalten und zu verbessern.

In seinem rund 2.000 Quadratkilometer großen Verbandsgebiet entsorgt und reinigt der Erftverband das Abwasser von rund 1,2 Millionen Menschen und Industriebetrieben. Hierzu betreibt der Erftverband heute 38 Kläranlagen, 126 Pumpstationen, 396 Regenbecken mit einem Rückhaltevolumen von 824.000 Kubikmeter Wasser sowie drei Kanalnetze.

[Bergheim, 24. Juni 2015]

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