Klärschlammbehandlungsanlage in Betrieb genommen

Gruppenklärwerk Kaarst-Nordkanal erzeugt Strom für den Eigenbedarf

Theo Thissen (Ratsmitglied Stadt Kaarst), Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, Gerhard Odenkirchen (Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW), Bürgermeisterin Dr. Ulrike Nienhaus, Verbandsratsvorsitzender Dr. Uwe Friedl und Vorstand Dr. Bernd Bucher nehmen die neue Klärschlammbehandlungsanlage auf dem Gruppenklärwerk Kaarst-Nordkanal in Betrieb.

Theo Thissen (Ratsmitglied Stadt Kaarst), Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, Gerhard Odenkirchen (Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW), Bürgermeisterin Dr. Ulrike Nienhaus, Verbandsratsvorsitzender Dr. Uwe Friedl und Vorstand Dr. Bernd Bucher (v. l.)

Gemeinsam mit Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, Bürgermeisterin Dr. Ulrike Nienhaus und Gerhard Odenkirchen vom Landesumweltministerium haben der Verbandsratsvorsitzende Dr. Uwe Friedl und Vorstand Dr. Bernd Bucher am 22. Mai die neue Klärschlammbehandlungsanlage auf dem Gruppenklärwerk Kaarst-Nordkanal in Betrieb genommen. „Die Kläranlage ist durch die Erweiterung eine der wenigen Anlagen weltweit mit Membranbelebung und kombinierter Klärschlammbehandlung – und damit richtungsweisend für hohe Reinigungsleistung und Nutzung regenerativer Energien in der Abwassertechnik“, so der Vorstand des Erftverbandes.

In zwei Jahren Bauzeit entstanden auf dem Gelände des Gruppenklärwerks ein neues Vorklärbecken mit Feinsiebung, eine Prozesswasserbehandlungsanlage, ein Faulbehälter sowie ein Gasspeicher. Ein neues Maschinengebäude beherbergt die neue maschinelle Schlammentwässerung und ein Blockheizkraftwerk, um das bei der Abwasserreinigung entstehende Klärgas direkt auf der Anlage zu verstromen und zur Eigenversorgung zu nutzen. Die dabei entstehende Wärme wird ebenfalls zur Reduzierung von externen Energiequellen verwendet.

Das Blockheizkraftwerk erzeugt rund 7.200 Kilowattstunden pro Tag. Der Erftverband erreicht dadurch eine Reduktion des externen Strombezugs um mehr als 40 Prozent. Das entspricht einer CO2-Einsparung von rund 1.000 Tonnen pro Jahr. Das Gruppenklärwerk arbeitet nun fast genauso energieeffizient wie konventionelle Kläranlagen – bei gleichzeitig erheblich besserer Reinigungsleistung. Denn die Membranfiltration entfernt auch Krankheitserreger und Mikroplastikpartikel.

Wegen des landes- und bundesweit innovativen Charakters der Kombination von Membranbelebungsanlage mit Klärschlammbehandlung und Klärgasverwertung wurde das Projekt vom Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW mit 2,3 Millionen Euro und dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit mit 2,7 Millionen Euro gefördert. Die Gesamtkosten für die Erweiterung betragen rund elf Millionen Euro.

Hintergrund
Das Gruppenklärwerk Kaarst-Nordkanal behandelt das Abwasser von rund 80.000 Menschen und Industrie- und Gewerbebetrieben der Städte Kaarst, Korschenbroich und Neuss. Die Anlage reinigt im Jahr rund fünf Millionen Kubikmeter Abwasser. Kaarst-Nordkanal ist die viertgrößte Kläranlage des Erftverbandes und eine von drei Kläranlagen des Erftverbandes mit Membranbelebungstechnik.

Nach der mechanischen Vorreinigung des Abwassers übernehmen in der biologischen Reinigungsstufe Bakterien die Arbeit. Sie eliminieren die im Abwasser enthaltenen Schadstoffe. Durch die direkt in diese sogenannten Belebungsbecken eingebauten Membranfiltermodule wird das saubere Wasser herausgefiltert. Die Module bestehen aus einer Vielzahl von dünnen Hohlfasern mit feinsten Poren, die alle Feststoffe wie Mikroplastik sowie Bakterien und Viren zurückhalten.

Aufgrund der geringen Wasserführung des Nordkanals, in die das gereinigte Wasser eingeleitet wird, sind die Anforderungen an die Reinigungsleistung der Kläranlage Kaarst-Nordkanal besonders hoch. Das Wasser hat nach der Filtration eine so gute Qualität, dass keine weiteren Reinigungsschritte mehr notwendig sind. Es entspricht den Anforderungen, die die Europäische Union an Badegewässer stellt.

[Bergheim, 22. Mai 2019]

image_print

  • Ansprechpartnerin

    Luise Bollig M.A. - Pressesprecherin

    Tel. (02271) 88-2127
    Fax (02271) 88-1333



    Erftverband - Pressestelle
    Am Erftverband 6
    50126 Bergheim

  • Erftverband

    Am Erftverband 6
    50126 Bergheim
    Tel: 02271/ 88-0
    Fax: 02271/ 88-1210


    Sie erklären sich damit einverstanden, dass Ihre Daten zur Bearbeitung Ihres Anliegens verwendet werden. Weitere Informationen und Widerrufshinweise finden Sie in der der Datenschutzerklärung