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Informationsfluss 3/21

Die deutsche Wasserwirtschaft kann mit berechtigtem Stolz auf ihre Leistungen der letzten Jahrzehnte zurückblicken. Die Abwasserreinigung hat große Fortschritte gemacht, die Gewässerqualität in Flüssen und Seen hat sich erheblich verbessert und auch bei den Gewässerrenaturierungen geht es Schritt für Schritt voran.
Beim Grundwasserschutz dagegen sind kaum Erfolge zu verzeichnen. Insbesondere die vielerorts zu hohen Nitratwerte im Grundwasser sind nach wie vor ein Sorgenkind der Wasserwirtschaft. Immer noch gibt es große Gebiete – auch im Tätigkeitsgebiet des Erftverbandes – in dem die Nitratkonzentration flächig deutlich über dem Grenzwert von 50 mg/l liegt. Daran konnten die diversen Novellierungen der Düngeverordnung bislang wenig ändern.
Auch wenn die freiwilligen Kooperationen zwischen der Landwirtschaft und den Unternehmen der öffentlichen Wasserversorgung hier und da erfreuliche Erfolge aufweisen können, bleibt die ernüchternde Erkenntnis, dass eine generelle Trendumkehr hin zu geringeren Nitratwerten bislang nicht eingetreten ist. Und auch nach der im letzten Jahr verabschiedeten reformierten Düngeverordnung und ihrer Umsetzung in Nordrhein-Westfalen haben wir – wie in diesem Heft zu lesen – erhebliche Zweifel an der ausreichenden Wirksamkeit der Maßnahmen.
Es wird also weiterhin notwendig sein, entschieden, beharrlich und konstruktiv an einem verbesserten Schutz unserer Grundwasserressourcen vor allem für die kommenden Generationen zu arbeiten. Auch ihnen muss Grundwasser zur Verfügung stehen, das lediglich mit naturnahen Verfahren zu einwandfreiem Trinkwasser aufbereitet werden kann.