Info-Telegramm 6/22

Jul 5, 2022 | Aktuelles, EV-Telegramm

#Update Erftverlegung Gnadent(h)al

Die offizielle Sperrung der Erft ist zwar seit Ende Juni aufgehoben, allerdings sind die Aus- und Einbootstellen noch nicht fertiggestellt. Wassersportler*innen werden daher gebeten, die Erft vorerst noch nicht zu befahren. Die Passage an der Fischtreppe sollte möglichst nicht überfahren werden, denn sie ist nicht für jeden und bei jedem Wasserstand gefahrlos passierbar. In den nächsten Wochen werden neben dem Bau der Aus- und Einbootstellen, die Auenflächen drumherum mit artenreichen Einsaaten begrünt und einige Bäume gepflanzt.

 

Renaturierungsmaßnahme Bergheim-Glesch

Ende Mai hat der Erftverband bei der Bezirksregierung Köln einen Antrag auf Planfeststellung nach Wasserhaushaltsgesetz für die Renaturierung der Erft bei Bergheim-Glesch eingereicht. Die Maßnahme ist Teil des Perspektivkonzepts Untere Erft, das auf das absehbare Ende der Einleitungen von Sümpfungswasser in die Erft reagiert. Neben der Umsetzung  der europäischen Wasserrahmenrichtlinie wird hier in größerem Umfang (ca. 85.000 m³) Raum zur Hochwasserrückhaltung geschaffen.

 

#Update Klärschlammkooperation

Das Vergabeverfahren zur Suche eines Strategischen Partners ist seit Anfang Juni eröffnet. Das zweistufige Vergabeverfahren beginnt mit einem Teilnahmewettbewerb, hieran anschließend werden die ausgesuchten Bewerber zur Abgabe von Angeboten aufgefordert. Weitere Infos in der Pressemitteilung.

 

Ertüchtigung des Gruppenklärwerks Flerzheim

Die Kläranlage ist sanierungsbedürftig, des Weiteren sollen zukünftig auch Bereiche der Gemeinde Swisttal mit angeschlossen werden. Die Kläranlage wird zu einer der modernsten Kläranlagen Europas ausgebaut. Zum Einsatz kommt das Membranbelegungsverfahren, mit dem der Erftverband bereits 20 Jahre positive Betriebserfahrung gesammelt hat. Auch eine Spurenstoffelimination wird mittels Aktivkohle durchgeführt. Der Verband möchte im Jahr 2023 mit dem Bau beginnen (Fertigstellung ca. 2025). Nach Stilllegungen der Kläranlagen Miel und Heimerzheim und aufgrund der bereits vorhandenen Spurenstoffelimination Rheinbach wird mit dieser Ertüchtigung des Gruppenklärwerks Flerzheim die Swist frei von anthropogenen Spurenstoffen aus Kläranlagen sein. Weitere Infos in der Pressemitteilung.

 

Projekt „Jugend gestaltet den Strukturwandel“

Am 14. Juni feierten alle Beteiligten den Abschluss des Projekts „Jugend gestaltet den Strukturwandel“, einer vom Bundesministerium für Wirtschaft geförderten Initiative des Vereins „ANTalive“. Dabei waren auch die vom Erftverband unterstützten Schüler*innen der Klasse 12 der „Käthe-Kollwitz-Gesamtschule“ Grevenbroich. Ein Jahr lang hatten sich die Grevenbroicher mit dem Thema des Braunkohlenausstiegs und dessen Auswirkungen auf die Erft beschäftigt. Zusammen mit elf weiteren Schulen erhielten sie während der Abschlussfeier die Auszeichnung „Wir gestalten mit“.

 

Keine Erleichterungen für den Kiesabbau – OVG hebt Änderung des Landesentwicklungsplans auf

Das OVG NRW hat mit einer bemerkenswerten Entscheidung eine Änderung des Landesentwicklungsplanes aufgehoben, mit der der Kieswirtschaft längere Abbaumöglichkeiten ermöglicht werden sollten. Das OVG hob die Änderung wegen erheblicher Fehler bei der Abwägung der Belange der Kieswirtschaft gegen entgegenstehende umweltrechtliche Belange auf. Für Nicht-Juristen wird es ab der Absatznummer 224 interessant, insbesondere Absatznummern 246 und 251.

 

#Update Renaturierung Neffelbach, Nörvenich

Einen Monat nach Beginn der Erdarbeiten, wurde bereits der erste Umschluss durchgeführt. Der neue Gewässerverlauf an der Brücke Burgstraße wurde bereits geflutet und der alte Verlauf im ersten Bauabschnitt abgefischt und verfüllt.

 

Jahresbericht 2021

Der Jahresbericht ist da und kann hier runtergeladen werden! Neben der Hochwasserkatastrophe werden dort natürlich auch die großen Themen des Erftverbandes abgebildet. Dazu gehören die Umsetzung des Masterplans Abwasser, der für eine zukunftsfähige Abwasserinfrastruktur sorgt; der frühzeitige Braunkohlenausstieg, der schon in wenigen Jahren die wasserwirtschaftlichen Randbedingungen grundlegend verändert; die Klärschlammkooperation, die für eine sichere, wirtschaftliche und nachhaltige Entsorgung des Klärschlamms steht und die Digitalisierung, die alle Arbeitsbereiche immer stärker durchdringt.

 

Jahrespressetreff

Mitte Juni lud der Erftverband zum alljährlichen Pressetreff ein. Beim regen Austausch mit den Pressevertreter*innen ging es neben dem Jahresrückblick 2021 um aktuelle Meldungen aus dem Verbandsgebiet.

 

Verbindungssammler Metternich

Der Erftverband beabsichtigt einen Verbindungssammler von der Kläranlage Weilerswist bis zum RÜB Metternich zu errichten. Hierfür müssen neue Freispiegel- bzw. Druckleitungen erstellt werden. Die Maßnahme wird in zwei Vergaben, bzw. Bauabschnitte geteilt. Die hier zu vergebende Leistung betrifft den Bauabschnitt 2 zwischen RÜB Metternich und PW Metternich. Die Leistungen werden in einem offenen Verfahren EU-weit ausgeschrieben. Das Vergabeverfahren wird zurzeit durchgeführt. Der geplante Baubeginn ist im Oktober 2022 und die Bauzeit beträgt 18 Monate.

 

GKW Nordkanal

Die Membranfilter auf dem GKW Nordkanal sind seit 2004 in Betrieb. Im Jahre 2015 wurde zu Testzwecken eine erste Filterstraße (Filterstraße 1.1) mit Filterkassetten von Typ ZeeWeed 500 D ausgerüstet. 2022 wurde zwei weitere Filterstraßen mit Filtern des Typ ZeeWeed 500 D 16M Mittlerweile sind weitere Filterkassetten aufgrund fortschreitender Alterung abgängig. Daher sollen für zwei weitere Filterstraßen neue Filterkassetten beschafft werden. Das Vergabeverfahren läuft zurzeit.

 

Klärschlammtransport unterliegt dem Abfallrecht

Das Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) hat mit Urteil vom 23.06.2022 entschieden, dass die Beförderung von Klärschlamm durch ein Saug- und Pumpfahrzeug von einer betrieblichen Abwasserbehandlungsanlage zu einer kommunalen Kläranlage auf der Straße dem Abfallrecht und damit insbesondere dem Kreislaufwirtschaftsgesetz unterfällt. Die Urteilsgründe liegen noch nicht vor, so dass der Erftverband die Folgen des Urteils für den Verband noch nicht abschließend bewerten kann.

 

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an das Vorstandsbüro des Erftverbandes,
Bärbel Lambertz, Telefon 02271 88-1213,
Jochen Birbaum, Telefon 02271 88-1158.

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