Fünf Jahre Kappung von Grundwasserspitzen in Korschenbroich – Erftverband und Stadt ziehen Bilanz

Informationsveranstaltung zur Kappung von Grundwasserspitzen in Korschenbroich

Seit Dezember 2011 betreibt der Erftverband in Korschenbroich insgesamt sieben Förderbrunnen sowie einen Schwimmponton zur Seespiegelregulierung im Baggersee Myllendonk, um hohe Grundwasserstände zu kappen. Nach fünf Jahren Betrieb zogen Erftverband und Stadt Korschenbroich am 27. September im Rahmen einer Bürgerinformation Bilanz: Durch das Abpumpen von Grundwasser bei hohen Grundwasserständen können rund 900 Gebäude in Korschenbroich vor nassen Kellern bewahrt, bei vielen weiteren Gebäuden die Schäden reduziert werden.

Die bis zu 25 Meter tiefen Brunnen sowie der Schwimmponton in Herrenshoff werden nur bei genau definierten Grundwasserständen (Einschaltwerten) aktiviert, um Grundwasser abzupumpen. Sobald der Grundwasserstand wieder unter einen festgelegten Ausschaltwert fällt, werden die Kappungsanlagen abgeschaltet.

In den vergangenen fünf Jahren nahm der Erftverband den Brunnen 41 und den Schwimmponton in Herrenshoff sowie die Brunnen 46 und 47 in Kleinenbroich-Süd in Betrieb. Die Anlagen in Herrenshoff wurden bis auf das Wasserwirtschaftsjahr 2014 jeweils über längere Zeiträume betrieben und konnten das Grundwasser in der Ortslage um mehrere Dezimeter absenken.
Die Brunnen 46 und 47 in Kleinenbroich-Süd wurden erstmalig 2016 kurzzeitig in Betrieb genommen. Verursacht durch die hohen neubildungswirksamen Niederschläge im späten Frühjahr wurden hier die Einschaltwerte im Juni überschritten.

Die Brunnen 42 in Raderbroich, 43 und 45 in Kleinenbroich-Nord sowie 48 in Pesch wurden bislang nicht aktiviert, da die Grundwasserstände aufgrund einer längeren Phase mit unterdurchschnittlicher Grundwasserneubildung jeweils unter den Einschaltwerten blieben.

Für den Raum Korschenbroich hat der Erftverband zudem in fachlicher Abstimmung mit der Bezirksregierung Düsseldorf und dem Niersverband die höchsten zu erwartenden Grundwasserstände überarbeitet. Bei deren Ermittlung wurde von natürlichen, witterungsbedingten Höchstständen des Grundwassers ohne Grundwasserförderungen und ohne Sümpfungseinfluss aufgrund des Braunkohlenbergbaus ausgegangen. Dabei wurden neue historische Daten sowie Grundwasserhochstände im Bereich der Niers berücksichtigt. Auch der Einfluss des neuen Hochwasserrückhaltebeckens Geneicken des Niersverbandes an der Niers konnte berücksichtigt werden.

Hintergrundinfo:
Im April 2011 schlossen Erftverband und Stadt Korschenbroich eine Vereinbarung zur Kappung von Grundwasserspitzen. Nachdem Verbandsrat und Delegiertenversammlung des Erftverbandes der Übernahme der neuen Verbandsaufgabe zugestimmt hatten, gingen die Kappungsbrunnen am 1. Dezember 2011 in Betrieb.

Die wasserrechtliche Erlaubnis zum Betrieb der Brunnen gestattet eine Förderung von maximal 5,9 Millionen Kubikmeter Grundwasser pro Jahr. Ein dauerhaftes Abpumpen von Grundwasser ist aufgrund der negativen Auswirkungen auf den Grundwasserhaushalt nicht möglich.

Die Betriebskosten werden zu 80 Prozent von den betroffenen Bürgern und zu 20 Prozent von der Stadt übernommen und betragen jährlich für alle Anlagen rund 140.000 Euro.
Der Neu- und Umbau der Brunnen kostete rund 630.000 Euro, die zu 70 Prozent von den betroffenen Bürgern, zu 20 Prozent von der Stadt und zu 10 Prozent vom Rhein-Kreis Neuss getragen wurden.

Die Kappung von Grundwasserspitzen in Korschenbroich ist zunächst bis 2021 geplant. Alle Informationen über das Projekt und den Betrieb der Kappungsbrunnen sind online unter http://www.grundwasser-korschenbroich.de/ abrufbar.

[Bergheim, 27. September 2016]

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