EV-Telegramm 8/19

Erftverband verbreitert das Profil des Rotbachs in Zülpich-Schwerfen
Als erste Maßnahme aus dem vom Erftverband und der Stadt Zülpich erstellten Konzept zur Verbesserung des Hochwasserschutzes in Zülpich-Schwerfen hat der Erftverband Ende September das Profil des Rotbachs auf Höhe der Straße „An der Gülichsburg“ aufgeweitet. Damit wird eine maßgebliche Einengung des Abflussquerschnitts beseitigt, die heute einen Aufstau des Wasserstands im Oberwasser der Engstelle von etwa 20 Zentimetern bewirkt. Durch die Maßnahme wird die Wassermenge, die ohne Ausuferungen im Rotbach abfließen kann, um rund 15 Prozent erhöht und dadurch der Hochwasserschutz in Zülpich-Schwerfen verbessert. Die Bezirksregierung Köln fördert die mit eigenem Personal umgesetzte Maßnahme zu 80 Prozent.

Retentionsbodenfilter Rheinbach in Betrieb genommen
Gemeinsam mit Bürgermeister Stefan Raetz haben der Verbandsratsvorsitzende Dr. Uwe Friedl und Vorstand Dr. Bernd Bucher den Retentionsbodenfilter Rheinbach am 18. September in Betrieb genommen. Die Arbeiten dauerten rund 18 Monate und kosteten zirka 3,6 Millionen Euro. Das Land Nordrhein-Westfalen förderte den Bau und die begleitende Forschung zu mehr als 60 Prozent.
Der Bodenfilter hält bei starken Niederschlägen nicht nur das Mischwasser aus der Kanalisation zurück. Bei Trockenwetter dient er der Kläranlage Rheinbach als 4. Reinigungsstufe, die aus dem bereits gereinigten Abwasser zusätzlich Spurenschadstoffe entfernt, z. B. Rückstände von Arzneimitteln, Pestiziden oder Industriechemikalien.
In Rheinbach besteht der Bodenfilter aus einem Gemisch aus Filtersand und granulierter Aktivkohle. Dadurch erhöht sich die Filterleistung des Beckens deutlich. Versuchsergebnisse an einem auf der Kläranlage Rheinbach aufgebauten Modellbodenfilter zeigen, dass das vom Erftverband maßgeblich entwickelte Verfahren Spurenschadstoffe zu mehr als 80 Prozent aus dem gereinigten Abwasser entfernt. Die Anlage ist in dieser Art einmalig in Deutschland und hat Pilotcharakter bei der Elimination von Spurenstoffen und der Diskussion um den Ausbau der Kläranlagen.

Erftverband fordert zügigere Genehmigungen
Der Erftverband hat sich gegenüber dem Umweltministerium für schnellere Genehmigungen beim Umbau der Erft nach dem Ende des Braunkohlebergbaus eingesetzt. Anders sind die Maßnahmen rechtzeitig zum Ende des Braunkohlenabbaus nicht zu erreichen. Der verfahrensrechtliche Ablauf des Genehmigungsverfahrens ist deutlich zu straffen. Bei der Abwägung mit anderen öffentlichen Interessen ist dem Erftumbau grundsätzlich der Vorrang einzuräumen. Mehrfache umweltrechtliche Prüfungen sind  – wo immer dies möglich ist – zu vereinheitlichen, sagte der Erftverband.

Retentionsbodenfilter Flerzheim
Der Erftverband betreibt auf dem Gelände des Gruppenklärwerks (GKW) Flerzheim ein Regenüberlaufbecken (RÜB) bestehend aus zwei Rundbecken. Aufgrund des relativ ungünstigen Mischverhältnisses am RÜB sieht der Erftverband zum Schutz des Swistbachs Handlungsbedarf. Insbesondere durch den Anschluss weiterer Trennsysteme wird sich das Mischverhältnis zukünftig weiter verschlechtern. Zur Verbesserung der Situation und Weiterbehandlung von Niederschlagswasser plant der Erftverband den Umbau des RÜB sowie die Errichtung eines nachgeschalteten Retentionsbodenfilters auf dem Gelände des GKW Flerzheim. Die Submission wurde durchgeführt, die Angebotswertung ist erfolgt. Die Auftragsvergabe steht kurz bevor.

Sitzung des Ausschusses für Hydrologie und Wasserversorgung
Am 8. Oktober 2019 tagt der Ausschuss für Hydrologie und Wasserversorgung bei der Basell Polyolefine GmbH in Wesseling. Vertreter der Geschäftsstelle werden u. a. über die Auswirkungen des Klimawandels und der Sommertrockenheit auf den Grundwasserhaushalt, die Anregung des Erftverbandes zur Ausweisung eines Wasservorranggebiets Dirmerzheim im Rahmen der Änderung des Regionalplans Köln sowie über die möglichen Konsequenzen eines beschleunigten Braunkohleausstiegs auf den Abstrom von Kippengrundwässern in die unverritzten Grundwasserleiter berichten.

Retentionsbodenfilter Zülpich-Römerallee
Die Stadt Zülpich erschließt das Industriegebiet „Römerallee“ in einem II. Bauabschnitt für das B-Plangebiet BP 11/40b „Villa Rustika“. Für diese Erweiterung plant der Erftverband den Bau einer Niederschlagswasserbehandlung (Retentionsbodenfilter (RBF) und Regenrückhaltebecken (RRB) mit Lamellenabscheider) mit der Bezeichnung „RBF/RRB Industriegebiet Zülpich (EV-Nr. 838). Die jetzt auszuschreibende Bautechnik beinhaltet zwei Erdbecken mit einer Filteroberfläche von 2.020 m² (Filtervolumen ≈ 4.000 m³) bzw. einer RRB-Fläche von 2.220 m² (Rückhaltevolumen ≈ 4.500 m³) und die Bauleistungen für einen Lamellenabscheider (Drosselabfluss 50 l/s). Die Ausschreibung wird zurzeit vorbereitet.

Verbindungskanal Pesch
Der Erftverband betreibt in der Ortslage Pesch der Gemeinde Nettersheim die Kläranlage Pesch (KA Pesch). Diese soll im Rahmen des Masterplans 2025 stillgelegt werden. Das anfallende Mischwasser aus der Ortslage Pesch wird zukünftig über eine Freispiegelleitung zur vorhandenen SW-Kanalisation der Ortslage Gilsdorf zugeleitet. Über die Ortskanalisation und den Verbindungskanal Nöthen wird das Mischwasser der Kläranlage Kirspenich zugeführt.
Die Bauleistungen zur Neuverlegung eines Verbindungskanals (Freispiegelkanal) von der KA Pesch bis zur Ortslage Gilsdorf auf einer Länge von 1.960 m sollen ab Mitte Oktober 2019 bis ca. September 2020 ausgeführt werden. Die Submission wurde durchgeführt, die Angebotswertung ist erfolgt. Die Auftragsvergabe steht kurz bevor.

Verbindungssammler Metternich
Der vorhandene Verbindungssammler (VS) verläuft größtenteils entlang der Swist in der linken Uferböschung. Im Rahmen der Selbstüberwachungsverordnung Kanal wurde beim VS eine TV-Untersuchung durchgeführt und erhebliche Schäden festgestellt. Um eine eigene dynamische Gewässerentwicklung des Swistbachs  zu ermöglichen, wurde von der Bezirksregierung Köln (BR Köln) eine Verlegung des VS vorgeschlagen. Laut BR Köln ist die Verlegung des VS zuwendungsfähig. Auf Wunsch der Gemeinde Weilerswist übernimmt der Erftverband den Verbindungskanal ins Eigentum und wird die Planung, Bau und Betrieb des VS übernehmen und die Zuwendung beantragen.

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    Jochen Birbaum
    Tel. (02271) 88-1158

    Vorstandsbüro des Erftverbandes
    Am Erftverband 6
    50126 Bergheim

  • Erftverband

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