EV-Telegramm 6/19

Landtag billigt Abwasserabgabennovelle
Der  Landtag NRW hat am 26. Juni 2019 die Novelle des Abwasserabgabengesetzes NRW mit den Stimmen von SPD, FDP, AFD und CDU gegen die Stimmen der Grünen beschlossen. Somit kann die Novelle nach ihrer Verkündung in Kraft treten und eine deutliche Reduzierung der Abgabe auf Niederschlagswasser auf das Jahr 2018 bewirken. Das Gesetz ist am 4. Juli 2019 im Gesetz-und Verordnungsblatt verkündet worden und am Folgetag in Kraft getreten.

Bohrprogramm 2018
In den letzten Monaten wurden im Tätigkeitsbereich des Erftverbandes in den Ortslagen Zülpich, Jülich, Erkelenz, Geilenkirchen und Wassenberg neun neue Grundwassermessgruppen für die Grundwasserstandsbeobachtung und die Grundwassergüteüberwachung errichtet.
Rund 50 m wurden im Trockenbohrverfahren und rund 300 m im Lufthebebohrverfahren abgeteuft. Die neuen Messstellen ersetzen alte, defekte Anlagen oder verdichten das Messstellennetz im Hinblick auf die Untersuchung der Grundwasserbeschaffenheit.

Verbindungskanal Pesch
Der Erftverband betreibt in der Ortslage Pesch der Gemeinde Nettersheim die Kläranlage Pesch. Diese soll im Rahmen des Masterplans 2025 stillgelegt werden. Das anfallende Mischwasser aus der Ortslage Pesch wird zukünftig über eine Freispiegelleitung zur vorhandenen Schmutzwasserkanalisation der Ortslage Gilsdorf zugeleitet. Über die Ortskanalisation und den Verbindungskanal Nöthen wird das Mischwasser der Kläranlage Kirspenich zugeführt.
Die Bauleistungen zur Neuverlegung eines Verbindungskanals (Freispiegelkanal) von der Kläranlage Pesch bis zur Ortslage Gilsdorf auf einer Länge von 1.960 m sollen ab Mitte Oktober 2019 bis ca. September 2020 ausgeführt werden. Die öffentliche Ausschreibung wurde veröffentlicht.

Fertigstellung der Grundwassermodellstudie im Auftrag der Stadt Heinsberg
Der Erftverband hat Anfang Juni den Abschlussbericht zum Aufbau und zur Kalibrierung des Grundwassermodells Heinsberg sowie zur Durchführung von Simulationsrechnungen für Lösungsansätze der Grundwasserproblematik im Stadtgebiet von Heinsberg fertiggestellt. Auftraggeber war die Stadt Heinsberg. Mit einer Simulationsvariante wurde das Ziel verfolgt, über Grundwasserhaltungsmaßnahmen einen vollständigen Schutz der von hohen Grundwasserständen betroffenen Gebäude (Heranziehung von Kanaldeckeloberkanten) in den Stadtteilen Schafhausen, Grebben und Oberbruch zu gewährleisten. Eine weitere Simulationsvariante untersuchte die Wirkung einer erhöhten Fördermenge der Werksbrunnen des Industrieparks Oberbruch auf die betroffenen Gebäude in den einzelnen Stadtteilen.

Betriebsweg Regenüberlaufbecken Disternich
Die Zugänglichkeit zum Regenüberlaufbecken Disternich (Staukanal) ist nicht gegeben. Es existiert nur ein unbefestigter Grasweg, der bei schlechten Witterungsbedingungen nicht befahren werden kann. Im Notfall, z. B. bei einer Verstopfung der Drossel, ist daher die Zufahrt mit einem Spülfahrzeug nicht gewährleistet. Deshalb soll ein Betriebsweg angelegt werden. Die beschränkte Ausschreibung wurde veröffentlicht.

Abwasserbeseitigungskonzept 2020- 2025
Der Erftverband hat entsprechend § 54 (3) des Landeswassergesetzes das Abwasserbeseitigungskonzept für den Zeitraum 2020 bis 2025 fristgerecht erstellt. Die Benehmenserklärungen der betroffenen Städte und Gemeinden liegen überwiegend vor oder wurden in Aussicht gestellt. Die Delegiertenversammlung tagt erst im Dezember, der Verbandsrat im September. Daher wurde das  Konzept vorbehaltlich der Zustimmung dieser Gremien bei den Bezirksregierungen Köln und Düsseldorf sowie den Kreisen vorgelegt und im LANUV ABK-Modul eingestellt.