Erftverband entfesselt weiteren Abschnitt der Erft

Ökologische Umgestaltung im Bereich Frimmersdorfer Höhe wird auf 500 Metern Länge fortgesetzt

Naturnahe Umgestaltung der Erft bei Frimmersdorf (April 2018)

Im Frühjahr 2018 hat der Erftverband einen 600 Meter langen Abschnitt der Erft im Bereich der Frimmersdorfer Höhe in Grevenbroich naturnah umgestaltet. Hierzu entfernten die Mitarbeiter des Verbandes auf der in Fließrichtung rechten Gewässerseite die Uferbefestigung. Nun wird die Maßnahme um einen weiteren, 500 Meter langen Abschnitt südlich der K39 ergänzt.

Ab Mitte Januar entfernt der Erftverband zunächst in einem rund drei Meter breiten Arbeitsstreifen den Bewuchs entlang des zu entfesselnden rechten Erftufers. Größere Einzelbäume bleiben dabei soweit wie möglich erhalten. Anschließend werden die Rasengittersteine aus Beton ausgebaut und entsorgt, die beim Ausbau der Erft in den 1970er-Jahren in zwei Reihen oberhalb der eigentlichen Böschungssicherung aus Wasserbausteinen eingebaut wurden.

Voraussichtlich Mitte Februar beginnen dann die eigentlichen „Entfesselungsarbeiten“. Wie im vorherigen Abschnitt werden die Wasserbausteine mit einem Bagger aus der rechten Böschung entfernt und zur Gestaltung von Buhnen als Strukturelemente auf der linken Gewässerseite verwendet. Über die reine Entnahme der Böschungssicherung hinaus werden auf der rechten Seite durch Abgrabungen initiale Strukturen, wie z. B. Flachwasserzonen und Steilwände, in dem ansonsten sehr strukturarmen Gewässerprofil hergestellt.

Wie sich das Gewässer durch diese Maßnahmen positiv verändert, zeigt der bereits umgestaltete Abschnitt. Im Zusammenspiel von Buhnen, aufgeschütteten Inseln und Uferanrissen entstanden vielfältige Gewässerstrukturen mit wechselnden Strömungsbildern, die als unterschiedliche Lebensräume für Flora und Fauna dienen.

Die Maßnahme ist Bestandteil des Perspektivkonzepts zur Erftumgestaltung bis zum Jahr 2045. Es beinhaltet die naturnahe Umgestaltung des 40 Kilometer langen Abschnitts der Erft von Bergheim bis zur Mündung bei Neuss. Denn mit dem Ende des Braunkohlenbergbaus wird auch die Wasserführung der Erft deutlich zurückgehen. Das für größere Wassermengen ausgebaute Gewässerbett der Erft muss daher an die neue Situation angepasst und naturnah zurückgebaut werden.

Der Erftverband setzt die Maßnahme mit eigenem Personal und Mietgerät um. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis Ende März. Die Maßnahme kostet rund 100.000 Euro und wird von der Bezirksregierung Düsseldorf zu 80 Prozent gefördert.

[Bergheim, 18. Januar 2019]

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