Erftverband bohrt neue Grundwassermessstellen

Der Erftverband lässt ab Mitte Oktober wieder neue Grundwassermessstellen in seinem Tätigkeitsgebiet errichten. Geplant ist der Bau von 26 Messrohren an 14 Standorten. Mit 15 Messrohren wird mehr als die Hälfte der Bohrkapazität für den Ersatz ausgefallener Messstellen aufgewendet. Die übrigen elf Messrohre sind zur Messnetzverdichtung vorgesehen. Vier dieser elf Messrohre werden als Steuer- und Überwachungsmessstellen in Dormagen-Gohr errichtet, um die zukünftig geplanten Maßnahmen zur Kappung von Grundwasserspitzen vorzubereiten. Die Dauer der Bohrkampagne wird voraussichtlich etwa drei Monate betragen. Die Kosten belaufen sich auf rund 183.000 Euro.

Die Bohrlöcher haben einen Durchmesser von 25 bis 32 Zentimetern und erreichen je nach Grundwasserspiegel Tiefen zwischen zehn und 130 Meter. In die Bohrlöcher werden Messrohre aus Kunststoff mit einen Durchmesser von 6,5 Zentimetern eingebaut, die in einer vorgegebenen Tiefe geschlitzt sind, so dass dort Wasser eindringen kann. Es können bis zu drei Messrohre verschiedener Längen bzw. Tiefen in ein Bohrloch eingebaut werden. Abschließend wird der Raum zwischen der Bohrlochwand und den Messrohren mit Kies bzw. Ton verfüllt und die Messstelle mit einem Kasten abgedichtet, um die Messrohre vor Beschädigungen und Schmutz zu schützen.

Der Erftverband betreibt 1.304 eigene Grundwassermessstellen in seinem rund 4.200 Quadratkilometer großen Tätigkeitsbereich. Jährlich werden rund 1.500 Grundwasserproben genommen und bereits vor Ort im Gelände u. a. der pH-Wert, elektrische Leitfähigkeit, Temperatur, Sauerstoffkonzentration und Redoxpotenzial untersucht. Im Labor des Erftverbandes in Bergheim erfolgt anschließend die Analyse von Nitrat, Chlorid, Sulfat, Hydrogencarbonat, Phosphat, Nitrit, Calcium, Magnesium, Natrium, Kalium, Eisen und Mangan. Damit lassen sich wesentliche Aussagen zur Grundwasserbeschaffenheit treffen. Ergänzend werden Schwermetalle, organische Spurenstoffe (z. B. Pflanzenbehandlungsmittel, Arzneimittelwirkstoffe, Industriechemikalien) oder leichtflüchtige halogenierte Kohlenwasserstoffe (LHKW) je nach Bedarf und zu erwartenden Belastungen analysiert. Insgesamt können im Verbandslabor bis zu 604 Einzelsubstanzen untersucht werden. Die Analysen der einzelnen Grundwasserproben erfolgen zumeist in einem jährlichen Turnus, da sich die Grundwasserbeschaffenheit aufgrund der geringen Fließgeschwindigkeiten des Grundwassers nur langsam ändert.

Grundwasser ist die wichtigste Basis für die Trinkwassergewinnung und fließt auch den oberirdischen Fließgewässern zu. Die Anforderungen an die Grundwasserqualität sind daher hoch. In Abhängigkeit von der Flächennutzung erfolgen diverse Stoffeinträge in das Grundwasser, z. B. Nitrat und Pflanzenschutzmittel aus der Landwirtschaft, aber auch Sulfat, Eisen und andere Schwermetalle aus Braunkohlenabraumkippen oder Arzneimittelwirkstoffe, Süßstoffe, Pflanzenschutzmittel, Streusalz in Städten, deren Art und Ausmaß überwacht werden müssen. Außerdem werden viele dieser Substanzen im Grundwasser nicht nur transportiert, sondern sind an weitergehenden Reaktionen beteiligt, d. h. sie können abgebaut oder in andere Stoffe umgewandelt werden. Auch diese Veränderungen müssen untersucht werden. Die Grundwasseruntersuchungen des Erftverbandes tragen daher wesentlich zu einer funktionierenden Wasserversorgung bei.

[Bergheim, 18. Oktober 2016]

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