Erft bei Roitzheim wieder für Fische und Kleinlebewesen passierbar

Im vergangenen Jahr entfernte der Erftverband in enger Abstimmung mit der Kreisstadt Euskirchen eine für Fische und Kleinlebewesen unüberwindliche Barriere aus der Erft bei Euskirchen-Roitzheim. Zum Abschluss der Maßnahme pflanzten Bürgermeister Dr. Uwe Friedl und Norbert Engelhardt, Vorstand des Erftverbandes, am 21. Oktober zwei Winterlinden als typische Bäume der Hartholzaue an diesem für Wasserorganismen wieder frei durchwanderbaren Abschnitt der Erft.

Durch das Entfernen des „Absturzes“ von 1,1 Meter Höhe konnte der Erftverband die ökologische Durchgängigkeit des Gewässers in Roitzheim wiederherstellen. Bislang unterbrach der Absturz die Wanderung der Wasserlebewesen vor allem bachaufwärts. Mit dem Umbau der Gewässersohle zu einer „rauen Rampe“ ist jetzt ein weiteres Hindernis für die Durchgängigkeit der Erft beseitigt. Statt des sehr naturfernen starren Ausbauzustands mit befestigten Ufern und einer glatten Gewässersohle wurde auf rund 70 Meter Länge ein naturnahes Gewässer mit vielen Steinen, Lücken und Schutzmöglichkeiten für Fische und Wasserorganismen und damit verschiedenen Strukturelementen und Kleinlebensräumen geschaffen.

Um die unterhalb liegende, für den Hochwasserschutz stark ausgebaute Erft ebenfalls strukturell aufzuwerten, wurden in diesem Jahr zusätzlich in mehreren kleinen Abschnitten sogenannte Störsteine in die Gewässersohle eingebaut und einige Böschungsabschnitte entfesselt. Dadurch wird die Erft an diesen Stellen ebenfalls mit Strukturelementen angereichert. Probebefischungen der Fischereigenossenschaft Euskirchen, die während der Arbeiten mit Rat und Tat zur Seite stand, zeigen, dass sich diese Maßnahmen bereits positiv auf die Fische in diesem Abschnitt auswirken.

Im gesamten mittleren Erftbereich zwischen Gymnich und Euskirchen unterbricht derzeit nur noch eine Barriere die Fischwanderung. Von den zwölf zwischen Euskirchen und der Erftquelle bislang noch existierenden unüberwindbaren Hindernissen wurden in diesem Jahr wieder zwei beseitigt. Davon ist der Absturz Roitzheim der größere und wichtigere. Mit der Umsetzung dieser Maßnahmen kommt der Erftverband der Forderung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie nach, die neben dem ökologisch guten Zustand der Gewässer auch besonders die Durchgängigkeit einfordert. Deshalb werden diese Maßnahmen auch seitens des Landes hoch gefördert (80%). Die gesamte Maßnahme kostete rund 77.000 Euro.

[Bergheim, 21. Oktober 2015]

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