Flora und Fauna der Erft

In den Gewässern des Erftgebietes leben eine stattliche Anzahl von Pflanzen und Tieren. Viele Lebewesen sind so klein, dass man sie nur mit dem Mikroskop entdecken kann. Zu diesen Mikroorganismen zählen z. B. Wimpertierchen (Verwandte des bekannten Pantoffeltierchens) und Algen. Leichter zu erkennen sind dagegen Wasserpflanzen, Röhrichte, Uferstauden und zahlreiche Tiere.

Enten, Rallen, Graureiher und sogar der Eisvogel sind erfreulich zahlreich. Im Wasser der Erft leben nicht nur 30 verschieden Fischarten, sondern viele andere Arten, die als „Makrozoobenthos“ nicht zu den Wirbeltieren zählen. Man kann sie unter und an den Steinen, im Kies, an Holzresten, Wurzeln oder im Falllaub entdecken. Es sind Wasserkäfer, Mückenlarven, Schnecken, Egel, Strudelwürmer sowie die Larven von Steinfliegen und Libellen. Vor allem im Oberlauf der Erft sind verschiedene Arten von Eintags- und Köcherfliegen zahlreich vertreten. Ihre Larven verbringen ein oder zwei Jahre im Wasser der Erft, bis sich aus ihnen die erwachsenen Insekten entwickeln. Häufige Wasserbewohner der Erft sind auch die ein bis zwei Zentimeter großen Flohkrebse. Sie ernähren sich überwiegend vom Falllaub, können aber auch kleine Nahrungspartikel aus dem Wasser filtrieren.

Im Makrozoobenthos der Erft finden sich heute etwa 100 verschiedenen Arten. Das sah vor 40 Jahren noch ganz anders aus, als große Mengen unzureichend geklärten Abwassers ihre Anzahl auf gerade mal 20 drückte. Heute hat die moderne Klärtechnik die Wasserqualität erheblich verbessert und diesen Missstand behoben. Doch schränken die Begradigung und der technische Ausbau des Flusses die Besiedlungsmöglichkeiten noch deutlich ein.

Insbesondere im breiten Unterlauf der Erft gedeihen zahlreiche Wasserpflanzen. Viele von ihnen – und das ist eine Besonderheit der Erft – zählen nicht zu den heimischen Pflanzen, sondern stammen aus fernen, oft warmen Ländern der Erde („Neophyten“). Höchstwahrscheinlich sind diese gebietsfremden Pflanzen durch Abfälle aus Zierteichen und Aquarien in die Erft gelangt. Und in der Tat sind die meisten Erftneophyten beliebte Aquarienpflanzen. Viele können die Winter bei uns nur überdauern, weil die Erft ab Bergheim vergleichsweise warmes Wasser führt. Ursache ist das für die Trockenhaltung der Braunkohlentagebaue gehobene Grundwasser, das mit Temperaturen bis 24 °C an mehreren Stellen eingeleitet wird.

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