Alternative zur vierten Reinigungsstufe

Membranbelebungstechnik entfernt Bakterien und Viren aus dem Abwasser

Bakterien – auch antibiotikaresistente – werden durch die Abwasserreinigung weitgehend zurückgehalten. Zu diesem Ergebnis kommt der Fachausschuss KA-8 der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) in seinem Abschlussbericht zum Auftreten und Verhalten von antibiotikaresistenten Bakterien in der Abwasserreinigung. Demnach entfernen konventionelle Kläranlagen zwischen 90 und 99 Prozent der Bakterienfracht aus dem kommunalen Abwasser.

Durch eine zusätzliche Filtration, Ozonung oder UV-Desinfektion des gereinigten Abwassers – meist als 4. Reinigungsstufe bezeichnet – lässt sich die Eliminationsrate weiter erhöhen. „Eine zuverlässige Methode, um Krankheitserreger aus dem Abwasser zu entfernen, ist auch die Membranfiltration“, so Norbert Engelhardt, Vorstand des Erftverbandes. Der Erftverband betreibt drei Kläranlagen mit Membranfiltration: die Kläranlagen Titz-Rödingen und Bergheim-Glessen sowie das Gruppenklärwerk Kaarst-Nordkanal. Dabei wird das biologisch gereinigte Abwasser durch dünne Hohlfasern filtriert, deren winzige Poren nur Wassermoleküle durchlassen. Bakterien – auch multiresistente Keime – und Viren werden zurückgehalten. Ohne weitere Nachbehandlung oder -klärung hat das gereinigte Abwasser bei dieser Reinigungstechnik Badewasserqualität.

Antibiotikaresistente Bakterien finden sich weltweit in Oberflächengewässern, Grundwasser, Sedimenten und im Trinkwasser. Sie gelangen über die Düngung mit Gülle, aus Aquakulturen, der Landwirtschaft und über kommunales Abwasser in die Gewässer.

Der DWA-Bericht kommt zu dem Schluss, dass sich die steigende Zahl von Antibiotikaresistenzen neben der natürlichen Abwehrreaktion von Bakterien auf unsachgemäße Antibiotikaabgabe oder mangelnde Hygienemaßnahmen in der Humanmedizin sowie den starken Einsatz von Antibiotika in der Tiermedizin zurückführen lässt.

In Deutschland werden laut DWA rund 700 bis 800 Tonnen Antibiotika verschrieben. Dies entspricht rund 17,4 täglichen Dosen pro 1000 Einwohner. Zum Vergleich: In der Schweiz liegt die Zahl bei 8,5 täglichen Dosen pro 1000 Einwohner.

Der Einsatz von Antibiotika in der Tiermedizin hat sich zwischen 2011 und 2016 deutlich reduziert, liegt aber immer noch bei rund 740 Tonnen pro Jahr. Zum Einsatz kommen dabei häufig sogenannte Reserveantibiotika.

[Bergheim, 5. Juli 2018]

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