Abwasserreinigung ist Gesundheitsschutz

Erftverband beteiligt sich an Studie zur Früherkennung von Corona-Infektionen im Abwasser

Der Erftverband beteiligt sich am Forschungsprojekt des Forschungsinstituts für Wasser- und Abfallwirtschaft an der RWTH Aachen (FiW) und der Uni Frankfurt zur Früherkennung von Corona-Infektionen im Abwasser. Anfang April wurden dafür auf den Klärwerken in Euskirchen-Kessenich und Bergheim-Kenten Proben aus dem Zulauf der beiden Kläranlagen genommen. Die Studie soll klären, ob die ermittelten Werte im Abwasser Aufschluss über die Corona-Verbreitung im Einzugsgebiet der Kläranlagen geben und ob hieraus Empfehlungen für Maßnahmen der Politik abgeleitet werden können.

Kläranlagen und Kanalnetze sind für den Gesundheitsschutz der Bevölkerung und den Schutz der Gewässer und der Umwelt unerlässlich. Die Abwasserentsorgung zählt daher zur systemrelevanten kritischen Infrastruktur. Der Betrieb der Klärwerke, Pumpstationen, Kanalnetze und Rückhaltebecken muss auch in Corona-Zeiten rund um die Uhr sichergestellt sein.

Um den Betrieb seiner 32 Kläranlagen, drei Kanalnetze sowie zahlreichen Regenrückhaltebecken und Pumpstationen sicherzustellen, hat der Erftverband seine Arbeitsorganisation angepasst. Während Verwaltungstätigkeiten verstärkt im Homeoffice erfolgen können, wurden die einzelnen Arbeitsgruppen auf den Kläranlagen jeweils in unabhängige Kleingruppen aufgeteilt. Diese Teams beginnen den Arbeitstag jeweils zu unterschiedlichen Uhrzeiten und halten sich räumlich getrennt, um beim Ausfallen eines Teams den Betrieb der Anlage sicherstellen zu können. Dieses Schicht-in-Schicht-Modell wurde inzwischen auch in die Leitlinien der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) übernommen.

Durch die Abwasserreinigung werden neben Kohlenstoff-, Stickstoff- und Phosphatverbindungen auch Krankheitserreger und Bakterien entfernt. Laut Bericht der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) zum Auftreten und Verhalten von antibiotikaresistenten Bakterien in der Abwasserreinigung entfernen konventionelle Kläranlagen zwischen 90 und 99 Prozent der Bakterienfracht aus dem kommunalen Abwasser.

Die zu Beginn der Corona-Pandemie beobachteten Hamsterkäufe von Toilettenpapier führten auf den Kläranlagen des Erftverbandes nicht zu Problemen oder erhöhtem Arbeitsaufwand. Der Erftverband konnte weder eine Zunahme beim Verbrauch von Toilettenpapier noch von Feuchttüchern feststellen. Feuchttücher, die sehr schnell Pumpen verstopfen und daher grundsätzlich problematisch für den Betrieb von Abwasseranlagen sind, wurden nicht häufiger als sonst über die Toilette entsorgt.

[Bergheim, 10. Juni 2020]

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