Wasserwirtschaftsjahr 2017: Starkregenprävention bleibt Schwerpunkt des Erftverbandes

Verbandsratsvorsitzender Dr. Uwe Friedl, 1. Bürgermeister von Mönchengladbach Michael Schroeren, Referent Götz Schartner und Vorstand Norbert Engelhardt (v. l.) auf dem Wasserwirtschaftssilvester 2017 des Erftverbandes in Mönchengladbach

„Im Gegensatz zum letzten Jahr mit seinen häufigen Starkregen, Hochwasserereignissen und Überflutungen im Sommer 2016 blieb das Wasserwirtschaftsjahr 2017 im Verbandsgebiet erfreulich ruhig“, so begrüßte Dr. Uwe Friedl, Verbandsratsvorsitzender des Erftverbandes, die rund 150 Gäste des Wasserwirtschaftssilvesters am 3. November in Mönchengladbach. Jährlich zum Ende des Wasserwirtschaftsjahres am 31. Oktober lädt der Erftverband seine Mitglieder und Gäste aus Politik, Wirtschaft und Forschung zu einer besonderen Silvesterfeier und nutzt die Gelegenheit, um wasserwirtschaftliche Bilanz zu ziehen.

Dr. Friedl erinnerte jedoch direkt an den Starkregen am 19. Juli in Köln, der weite Teile der Stadt unter Wasser setzte. Auch wenn sich aus den Datenreihen des Erftverbandes keine eindeutigen Trends ableiten lassen, müssen sich Städte und Gemeinden, Kanalnetzbetreiber und Bürger vorbereiten. Maßnahmen zum Schutz vor Starkregen und Überflutungen – aber auch deren Grenzen – hat der Erftverband auf seinem 4. Wasserwirtschaftlichen Informationstag am 27. April intensiv mit den Teilnehmern diskutiert und in einem Sonderheft der Mitgliederzeitschrift Informationsfluss zusammengefasst. Das Heft ist unter www.erftverband.de/informationsfluss-s17 online abrufbar.
„Es zeigt sich einmal mehr, dass es beim Thema „Starkregen“ vor allem auf eine gründliche Bestandsaufnahme und fachübergreifende Zusammenarbeit aller Beteiligten ankommt. Der Erftverband wird seine Mitglieder dabei tatkräftig unterstützen“, so der Verbandsratsvorsitzende Dr. Friedl.

Der Schutz der Ressource Wasser und der Gewässer ist eine der Kernaufgaben des Erftverbandes. Besonders das Thema „Spurenstoffe“ gewinnt in diesem Zusammenhang an Bedeutung. Diese Rückstände von Medikamenten oder Industriechemikalien werden durch Kläranlagen, aber auch aus diffusen Quellen in die Gewässer eingetragen. Der Erftverband hat daher das Projekt „Spurenstoffagenda Erft“ ins Leben gerufen, um für sein Verbandsgebiet erstmalig eine belastbare Datengrundlage zu schaffen. Die umfangreiche Bestandsaufnahme und Analyse der Wasserproben im Labor ist inzwischen abgeschlossen. Nach Auswertung der Daten wird der Erftverband für seine Kläranlagen gezielte Bedarfs- und Effizienzanalysen erstellen, um notwendige und wirtschaftliche Maßnahmen zur Reduktion von Spurenstoffen zu ermitteln. Die ersten Ergebnisse werden Anfang 2018 erwartet.

Auch die Renaturierung der Erft und ihrer Nebenflüsse im Rahmen des Perspektivkonzepts und der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie schreitet weiter voran. Bei den großen Maßnahmen wie dem Ausbau des Hochwasserschutzes am Veybach, der naturnahen Umgestaltung der Erft bei Neuss-Gnadental und der neuen Erft an der Gymnicher Mühle sind die Planungen auf einem guten Weg. Die Maßnahmen stärken den Hochwasserschutz, da mit den reaktivierten Gewässerauen wieder natürlicher Rückhalteraum am Gewässer entsteht. Die renaturierten Gewässer bieten zudem eine größere Auswahl an verschiedenen Lebensbereichen für Tiere und Pflanzen. Die Artenvielfalt steigt, so dass jeder naturnah umgestaltete Abschnitt einen Trittstein für die Entwicklung der Gewässer darstellt.

Im Bereich Abwassertechnik steht der Masterplan Abwasser 2025 ganz im Fokus des Erftverbandes. Nachdem im Frühjahr die Kläranlagen Vettweiß und Vettweiß-Soller außer Betrieb genommen wurden, laufen die Planungen zur Stilllegung der Kläranlagen Vettweiß-Froitzhein, Zülpich-Bürvenich, Mechernich-Floisdorf, Mechernich-Glehn und Nettersheim-Pesch. Ihr Abwasser wird zukünftig zu leistungsfähigeren Klärwerken transportiert und dort gereinigt. Voraussichtlich noch in diesem Jahr beginnen die Arbeiten an drei Verbindungskanälen. Der Baubeginn von zwei weiteren Verbindungskanälen ist dann im kommenden Jahr geplant.

Auch die Bauarbeiten auf dem Gruppenklärwerk Kaarst-Nordkanal kommen gut voran. Hier erweitert der Erftverband die Anlage seit Anfang des Jahres um eine Klärschlammfaulung mit Klärgasverwertung. Sowohl das Bundesumweltministerium als auch das Land Nordrhein-Westfalen fördern das Projekt mit mehr als fünf Millionen Euro. Durch die Erweiterung ist das Gruppenklärwerk eine der wenigen kommunalen Klärwerke in Deutschland mit Membranbelegungstechnik und Klärschlammbehandlung/Gasverwertung und damit ein Vorzeigeprojekt bei der Nutzung regenerativer Energien in der Abwassertechnik. Darüber hinaus erwartet der Erftverband einen deutlichen Rückgang des externen Strombedarfs.

[Bergheim, 3. November 2017]

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