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Presse Mitteilungen

Rote Gewässer - Erftverband erarbeitet Gewässerunterhaltungskonzept

Bergheim, 19. Juli 2011

Seit 2010 arbeitet eine Arbeitsgruppe unter Leitung des Erftverbands an einem verbesserten Unterhaltungskonzept für die „Roten Gewässer“ am Fuß der Berrenrather Börde bei Türnich. Jetzt stellten die Experten von Erftverband, Stadt Kerpen, Rhein-Erft-Kreis und RWE Power ihre Ergebnisse vor. Basis des Konzepts bildet das wissenschaftliche Gutachten der Ruhr-Universität Bochum, das Ende 2010 fertig gestellt wurde.

Das neue Gewässerunterhaltungskonzept bestimmt zunächst die Hauptaustrittsstellen der Roten Gewässer und legt damit die Unterhaltungsschwerpunkte fest. Diese Abschnitte werden regelmäßig kontrolliert und von eisenhaltigem Schlamm geräumt, so dass die Gräben das Gebiet gemäß ihrer Funktion entwässern können. Das Räumgut kann anschließend mit gemahlenem Kalkstein vermischt und umweltgerecht entsorgt werden.

Der Austritt von eisenhaltigem und dadurch teilweise rot gefärbten Grundwasser ist ein Prozess, der weltweit häufig in älteren Bergbauregionen auftritt und nicht auf die Berrenrather Börde beschränkt ist. Durch den Abbau von Braunkohle im Tagebauverfahren werden die den Kohleflöz umgebenden Bodenschichten freigelegt. Das natürlicherweise im Boden enthaltenen Pyrit – ein Eisen-Schwefel-Mineral – verwittert infolge des Luftsauerstoffkontakts. Dadurch wird das im Pyrit enthaltene Eisen im Grundwasser gelöst. Mit dem Eisen werden auch Sulfat, Säure und Spurenelemente wie Nickel und Zink, die als natürliche Nebenbestandteile im Pyrit enthalten sind, im Grundwasser gelöst. Sobald das eisenhaltige Grundwasser an der Oberfläche austritt, erfolgt eine Oxidation des Eisens, das dann als Eisenoxid ausfällt und die Eisenschlämme an der Berrenrather Börde bildet.

Durch das regelmäßige Freiräumen und die fachgerechte Entsorgung der Schlämme will der Erftverband, der die Gewässer unterhält, das Gebiet vor Überschwemmungen schützen. Das jetzt erarbeitete Gewässerunterhaltungskonzept ist auf einen langen Zeitraum ausgelegt, da sich die Mengen des austretenden Grundwassers sowie des darin gelösten Eisens in den nächsten Jahrzehnten nicht verändern werden. Im Gutachten der Ruhr-Uni Bochum konnte jedoch nachgewiesen werden, dass das gesamte Gewässersystem der Berrenrather Börde insgesamt stabil ist. Eine Verschlechterung der Situation an den roten Gewässern ist deshalb nicht zu befürchten. Dennoch wird die Entwicklung der Grundwasserbeschaffenheit auch weiterhin durch den Erftverband und die RWE Power AG kontrolliert.
 


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