Erftverband Bergheim - 150Jahre Wasserwirtschaft für unsere Region

Presse Mitteilungen

Gewässer naturnah umgestalten

Bergheim, 19. Juli 2011

Anfang März startete unter Koordination des Erftverbands das Programm „Lebendige Erft“ zur naturnahen Umgestaltung der Erft und ihrer Nebenflüsse. In vier Arbeitsgruppen erarbeiten rund 100 Teilnehmer aus Verwaltung/Behörden, Naturschutz, Landwirtschaft, Industrie/Gewerbe und Öffentlichkeit bis zum Ende des Jahres konkrete Maßnahmen zur Renaturierung der Gewässer im Einzugsgebiet der Erft.

Bei den ersten Arbeitstreffen Anfang Juni diskutierten die Teilnehmer rund 800 Maßnahmen. Dazu zählen beispielsweise das Abflachen von Ufern, der Rückbau von Wehranlagen und Abstürzen, das Anlegen von Uferstreifen, das Anpflanzen von standorttypischen Pflanzen oder das Einbauen von Totholz ins Gewässer. Im Rahmen des Programms „Lebendige Gewässer“ stellt das Land Nordrhein-Westfalen bis zum Jahr 2027 landesweit mehr als zwei Milliarden Euro zur Verfügung.

Neben Planungsarbeiten setzt der Erftverband Renaturierungsmaßnahmen um. So gestaltet der Verband bei Rommerskirchen-Hoeningen einen zweiten rund 250 Meter langen Abschnitt des Gillbachs. Wie im vergangenen Jahr wurde hier Mitte Juni ein neues gewundenes Bachbett angelegt. Zum Abschluss der Maßnahme pflanzt der Erftverband im Herbst oder Frühjahr 2012 standorttypische Gehölze wie Eichen, Eschen, Erlen, Weiden, Schwarzpappeln, Pfaffenhütchen, Haselsträucher und Schlehen. Die Kosten für das Projekt betragen rund 7.000 Euro. Das Land Nordrhein-Westfalen fördert die Maßnahme zu 80 Prozent.

An der Swist bei Miel entsteht ein rund 40 Hektar großer naturnaher Rückhalteraum. Rund 92 Prozent der Fläche hat der Erftverband bereits erworben. Die Fläche wurde teilweise aufgeforstet und die Ufer der Swist entfesselt, damit sich das Gewässer eigendynamisch entwickeln kann. Um diese Entwicklung zu ermöglichen und die Wegeverbindung zwischen Mohrenhoven und der B 56 aufrecht zu erhalten, müssen die vorhandenen Dränanlagen und der uferbegleitende Swistradweg verlegt werden. Mitte Januar 2010 nahmen der Swisttaler Bürgermeister Eckhard Maack und Erftverband-Vorstand Dr. Wulf Lindner das erste Teilstück des neuen Radwegs in Betrieb. Sobald die Genehmigung des Rhein-Sieg-Kreises vorliegt, können die Arbeiten am zweiten, rund 500 Meter langen Teilstück beginnen. Dies soll voraussichtlich zum Jahreswechsel 2011/2012 erfolgen. Der Umbau der Dränanlagen erfolgt zwischen Ende August und Mitte Oktober.

Alle Renaturierungsmaßnahmen verbessern die Strukturgüte der Gewässer, stellen die Durchgängigkeit her, schaffen Lebensraum für Pflanzen und Tiere und dienen als Trittsteine und Strahlquellen für Abschnitte, die nicht umgestaltet werden können. Sie dienen der Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Diese sieht vor, dass bis zum Jahr 2027 alle europäischen Gewässer naturnah umgestaltet oder in gutem ökologischen Potenzial sein sollen. 


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