Köln/Bergheim, 19. Juli 2011
Der Erftverband in Bergheim hat das Prädikat „Behindertenfreundlicher Arbeitgeber“ des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) erhalten. Mit dieser Auszeichnung ehrt der LVR das vorbildliche Engagement des Unternehmens mit rund 500 Beschäftigten. Derzeit beschäftigt der Erftverband als Körperschaft des öffentlichen Rechts rund neun Prozent schwerbehinderte Mitarbeiter und übertrifft die gesetzlich vorgeschriebene Beschäftigungsquote von fünf Prozent. Der Erftverband hat in den letzten fünf Jahren die Beschäftigung von behinderten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verdoppelt.
„Dr. Wulf Lindner, der Vorstand des Erftverbandes, und sein gesamtes Team aus Personalmanagement, Personalrat, Gleichstellungsbeauftragten und Schwerbehindertenvertretung arbeiten Hand in Hand, auch mit dem Integrationsfachdienst. Durch Umstrukturierungen wurden für die Beschäftigten mit Handicap immer wieder neue Perspektiven geschaffen“, erklärte Lorenz Bahr, stellvertretender Vorsitzender der Landschaftsversammlung Rheinland, bei der Preisverleihung. Gleichzeitig zeige das Beispiel des Erftverbandes, dass wirtschaftlicher Erfolg und eine behindertenfreundliche Personalpolitik gut zusammenpassen: „Menschen mit Behinderung sind gute und außerordentlich motivierte Beschäftigte“, so Bahr wörtlich. Der Verband sei ein Vorbild für andere Arbeitgeber; sein Beispiel wolle der LVR mit der Auszeichnung zur Nachahmung empfehlen.
„Wir verstehen unser Unternehmen als Betrieb mit sozialem Anspruch“, so Vorstand Dr. Wulf Lindner. „Die erhaltene Auszeichnung ist uns eine Freude, aber auch eine Verpflichtung. Die Geschäftsführung setzt sich auch weiterhin das Ziel, behinderte Mitarbeiter zu integrieren. Wenn die Rahmenbedingungen auf die persönlichen Voraussetzungen abgestimmt sind, leistet jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter einen wichtigen Beitrag zum Erfolg des Verbandes. Alle genießen den gleichen Respekt“, so Lindner weiter.
Betriebe mit mindestens 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern müssen auf fünf Prozent der Arbeitsplätze schwerbehinderte Menschen beschäftigen. Knapp 80 Prozent der rheinischen Arbeitgeber erfüllen die gesetzlich vorgeschriebene Beschäftigungsquote von fünf Prozent nicht. Die durchschnittliche Beschäftigungsquote behinderter Menschen lag in 2009 in der Privatwirtschaft in NRW bei 4,3 Prozent, im öffentlichen Dienst bei 6,6 Prozent.
Um gute Beispiele behindertenfreundlicher Personalpolitik öffentlich zu machen und für die Beschäftigung von Frauen und Männern mit Handicap zu werben, vergibt der LVR seit 1998 jährlich die Auszeichnung „Prädikat Behindertenfreundlicher Arbeitgeber". Ausgezeichnet werden private oder öffentliche Arbeitgeber, die sich in besonderer Weise für die Beschäftigung behinderter Menschen einsetzen und ihnen eine Teilhabe am Arbeitsleben ermöglichen. Das „LVR-Prädikat Behindertenfreundlicher Arbeitgeber" dient dabei nicht nur der Anerkennung des Engagements der Ausgezeichneten, sondern zeigt auch anderen Unternehmen, dass sich unternehmerischer Erfolg und Engagement für berufliche Teilhabe behinderter Menschen gut verbinden lassen.
Die Vorschläge für mögliche Preisträger kommen aus den Kommunen und Kreisen im Rheinland. Eine unabhängige Kommission wählt unter allen vorgeschlagenen Arbeitgebern jährlich fünf Preisträger aus.
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