Bergheim, 1. Juli 2011
Die Reinigungsleistung des Klärwerks Erftstadt-Köttingen ist derzeit stark gestört. Am Dienstag stellte das Betriebspersonal eine außergewöhnliche Belastung des Abwassers fest. Dies führte zu einem Absterben der für die biologische Abwasserreinigung notwendigen Bakterienmasse. Um den Reinigungsprozess wieder in Gang zu setzen, führt der Erftverband Tag und Nacht Impfschlamm mit aktiver Biomasse aus anderen Kläranlagen zu.
Gleich nach Beginn der Störung wurde der Kläranlagenablauf geschlossen und das aus dem Kanalnetz ankommende Abwasser zwischengespeichert. Mittlerweile sind alle verfügbaren Becken randvoll gefüllt, so dass im Laufe des Freitagnachmittags Abwasser dosiert in die Erft geleitet werden muss. Eine Umleitung des gesamten Kanalnetzes in andere Kläranlagen ist nicht möglich. Dennoch wird so weit wie möglich Abwasser per Tankwagen zu benachbarten Kläranlagen transportiert.
Da die Reinigungsleistung der Kläranlage noch nicht ausreichend ist für einen ordnungsgemäßen Kläranlagenablauf, muss mit einer vorübergehenden Reduzierung der Wasserqualität in der Erft und einer örtlichen Schädigung der Lebewesen im Gewässer gerechnet werden. Der Zulauf zu abzweigenden Gewässern wird durch den Erftverband gedrosselt.
Ursache für den Einbruch der Kläranlagenleistung ist eine extreme Überlastung durch Einleitungen im Kanalnetz. Das hochkonzentrierte Abwasser eines industriellen Einleiters wurde inzwischen eingestellt. Es wird mit Tankwagen zu anderen Kläranlagen des Erftverbands gefahren.
Der Erftverband hat sofort die Bezirksregierung Köln und die Untere Wasserbehörde des Rhein-Erft-Kreises alarmiert und über die Situation auf der Kläranlage und über mögliche Auswirkungen informiert. Alle Maßnahmen erfolgen in enger Abstimmung mit den Behörden.
Ihre Ansprechpartnerin bei Rückfragen:![]()
Erftverband – Pressestelle
Luise Bollig M.A. – Pressesprecherin
Am Erftverband 6
50126 Bergheim
Tel. (02271) 88-1127
Fax (02271) 88-1333
E-Mail: luise.bollig@erftverband.de