Bergheim, 10. März 2011
„Die Erft und ihre Nebenläufe sind wichtige Lebensadern für uns Menschen, für Tiere und Pflanzen in unserer durch Landwirtschaft und Bergbau geprägten Region“, so Dr. Wulf Lindner, Vorstand des Erftverbands. „Wir werden bis zum Jahr 2027 unsere Fluss- und Bachlandschaften dort, wo es möglich und erwünscht ist, wieder in einen naturnahen Zustand versetzen.“
Beate Klein, Leiterin Dezernat 54/Wasserwirtschaft der Bezirksregierung Köln, unterstreicht den Handlungsbedarf: „Es gilt, unsere Gewässer wieder mit naturnahen Abschnitten zu gestalten und für Durchgängigkeit zu sorgen, damit Fische wieder wandern können. Eine Vielfalt an Lebensräumen bringt eine Vielfalt an Lebewesen mit sich. Daher sind Steilufer, überhängende Pflanzen, umgefallene Bäume, schnell fließende Bereiche und Ruhezonen wichtig.“
Dieses Vorhaben wird nun planerisch angegangen. Der Erftverband koordiniert in enger Abstimmung mit den Bezirksregierungen Köln und Düsseldorf die Arbeiten, die bis zum Frühjahr 2012 sogenannte Umsetzungsfahrpläne hervorbringen sollen. Die Umsetzungsfahrpläne werden eine Übersicht über alle Maßnahmen enthalten, die an den Gewässern durchgeführt werden sollen.
„Die Erstellung der Umsetzungsfahrpläne wird in Kooperation mit allen interessierten Fachstellen und Bürgern erfolgen“, verspricht Dr. Wulf Lindner. „Die Maßnahmen sollen auf breite Akzeptanz stoßen. Daher laden wir jeden Erftanlieger ein, an diesem Prozess aktiv mitzuwirken“.
Mehr als 100 Teilnehmer folgten der Einladung des Erftverbands zur Auftaktveranstaltung, die am 10. März im Verbandsgebäude in Bergheim stattfand. Um die Abstimmung ortsnah zu gestalten und um arbeitsfähig zu bleiben, wird das Einzugsgebiet in vier Teilgebiete, die sogenannten Kooperationsgebiete, aufgeteilt.
Das Land Nordrhein-Westfalen verfolgt mit dem Programm „Lebendige Gewässer“ das ehrgeizige Ziel, die Flüsse und Bäche im Land bis zum Jahr 2027 wieder naturnäher umzugestalten. Es sind Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässerstruktur an etwa 2.200 km Fließgewässer im Land vorgesehen. Hierfür sollen landesweit mehr als zwei Milliarden Euro investiert werden.
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