Bergheim, 26. Januar 2011
Wie wichtig Hochwasservorsorge ist, zeigt der Erftverband mit seinem Hochwassermanagement und der Analyse des Hochwassers der Erft und ihrer Nebenläufe vom 6. bis 9. Januar. „Dieses Ereignis war ein Hochwasser mit Ankündigung. Bei Schneehöhen von bis zu einem Meter und vorhergesagtem Tauwetter konnten wir uns auf die Situation vorbereiten“, so Dr. Wulf Lindner, Vorstand des Erftverbands. „Allerdings haben wir auch Glück gehabt: Die Erftregion lag im Regenschatten der Eifel. Dadurch fielen die vorhergesagten Niederschläge deutlich geringer aus.“
Diese Vorwarnzeit nutzte der Erftverband, um das Wettergeschehen zu beobachten, Schneehöhen zu messen und zusätzliche Kontrollen an den Gewässern durchzuführen. Die Steinbachtalsperre wurde vorsorglich entlastet, um das Hochwasser der Swist zu reduzieren. Mit dem einsetzenden Tauwetter und leichten Niederschlägen stiegen am 6. Januar im gesamten Einzugsgebiet der Erft die Pegel der Flüsse und Bäche. Der Erftverband nahm daher seine Hochwasserrückhaltebecken bei Eicherscheid, Horchheim, Niederberg und Mödrath sowie am Neffelsee und Mitbach in Betrieb. Dadurch konnte der Verband Ausuferungen der Gewässer und erhebliche Schäden verhindern.
Insgesamt waren 55 Mitarbeiter des Verbands vier Tage lang rund um die Uhr im Einsatz, um die Hochwassersituation zu überwachen, Treibgut zu beseitigen und Ausuferungen zu verhindern sowie die Rückhaltebecken zu steuern. Besonders hervorzuheben ist hier die gute Zusammenarbeit mit den Kreisen, Kommunen und Feuerwehren.
„Bis zum nächsten Hochwasser ist es nur eine Frage der Zeit. Das Erftgebiet ist überwiegend bis zu einem 100-jährlichen Hochwasser geschützt. Extremere Hochwasserereignisse können aber jederzeit eintreten, für die dieser Hochwasserschutz nicht mehr ausreicht. Daher sollte jeder Bürger rechtzeitig Eigenvorsorge treffen“, so Dr. Wulf Lindner. „Mit den im letzten Jahr veröffentlichten Hochwassergefahrenkarten von Erft, Veybach und Rotbach kann jeder Bürger die Lage seines Grundstücks auf Überschwemmungsgefahr prüfen. Öltanks sollten auf jeden Fall gesichert sein. Da ein Ausräumen des Kellers oft nicht mehr möglich ist, sollte die Nutzung der Räume entsprechend angepasst und größere Werte nicht im Untergeschoss gelagert werden.“
Die Hochwassergefahrenkarten für Erft, Veybach und Rotbach sind im Internet unter www.erftverband.de/service/hochwasserinfo/hochwassergefahrenkarten/ abrufbar. Weitere Hochwassergefahrenkarten für Swist und Neffelbach wird der Erftverband in diesem Jahr erarbeiten und voraussichtlich 2012 veröffentlichen. Darüber hinaus sollten Überschwemmungsgebiete als wichtige Retentionsräume am Gewässer von neuer Bebauung freigehalten werden.
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