Bergheim, 13. Juli 2010
Die im Auftrag der Bezirksregierung Köln erstellten und zu 100 Prozent vom Land Nordrhein-Westfalen finanzierten Hochwassergefahrenkarten für Erft, Rotbach und Veybach liegen nun vor. Unter Beteiligung des Kreises Euskirchen, des Rhein-Erft-Kreises, zehn Kommunen und zahlreichen Versorgungsunternehmen wurde ein detailliertes Kartenwerk mit 31 Teilkarten erarbeitet. Der Erftverband koordinierte und begleitete die Arbeiten fachlich.
Die Karten zeigen die im Hochwasserfall überfluteten Bereiche und gefährdeten Objekte von öffentlichem Interesse. Dazu gehören zum Beispiel Schulen und Krankenhäuser, aber auch Industriebetriebe, Anlagen von Telekommunikations-, Energie- oder Wasserversorgern sowie Öltanks und Altlastenstandorte. Insgesamt wurden über 4.000 einzelne Objekte erfasst.
Die Hochwassergefahren wurden für drei Gefahrenszenarien ausgearbeitet. Der sogenannte Lastfall grün kennzeichnet ein Hochwasser, bei dem in den Ortslagen erste Schäden auftreten können. Bei dem „Lastfall blau“ handelt es sich um ein statistisch gesehen alle 100-Jahre auftretendes Hochwasserereignis. Dieses Szenario dient den mit dem Hochwasserschutz betrauten Institutionen wie dem Erftverband als „Bemessungshochwasser“ für Hochwasserschutzmaßnahmen. So hat sich der Erftverband zur Aufgabe gemacht, den Schutz bis zu einem 100-jährlichen Hochwasser in seinem Verbandsgebiet zu ermöglichen.
Extreme Hochwasserereignisse wie das Oder-Hochwasser von 1997 werden als „Lastfall rot“ bezeichnet. Bei diesem Szenario können natürliche Retentionsflächen und technische Schutzanlagen wie Hochwasserrückhaltebecken das Wasser nicht mehr zurückhalten.
Mit den Hochwassergefahrenkarten erhalten die Einsatzkräfte umfassende Informationen über überflutete Bereiche und zu schützende Objekte. Die Karten enthalten konkrete Hinweise, welche Straßen und Brücken nicht oder noch befahrbar sind. Des Weiteren erlauben genaue Zeitangaben Rückschlüsse auf Laufzeiten von Hochwasserwellen.
Darüber hinaus soll das Kartenwerk das Bewusstsein für die mit Hochwasser verbundenen Risiken schärfen und auch den Bürgern die Möglichkeit geben, Gefährdungen ihrer Grundstücke und Gebäude zu erkennen. Schließlich steht jeder Gewässeranlieger in der Verantwortung, eigene vorbeugende Maßnahmen zu treffen. Die Eigenvorsorge ist von großer Bedeutung, denn ein 100-prozentiger Schutz vor Hochwasser ist trotz aller Anstrengungen nicht erreichbar.
Die Hochwassergefahrenkarten können in Kürze über die Homepage des Erftverbands und weiterer öffentlicher Institutionen wie der Bezirksregierung Köln und der Kreisverwaltungen abgerufen werden.
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