Erftverband Bergheim - 150Jahre Wasserwirtschaft für unsere Region

EV-Telegramm 9/2011: Bohrprogramm - Förderbrunnen Korschenbroich - Hochwasserrisikomanagement - Schuldenbarometer - Kreditreporting - Jahresabschluss 2010 - Wirtschaftsplanausschuss - RGF Niederaussem - Photovoltaik

Bohrprogramm 2011 startet
Der Erftverband lässt zwischen September und Dezember 2011 wieder neue Grundwassermessstellen errichten bzw. defekte Messstellen ersetzen. Hierzu werden 11 Bohrungen an Standorten im gesamten Verbands- und Tätigkeitsgebiet niedergebracht, die mit 20 Messrohren zu Grundwassermessstellen ausgebaut werden. Schwerpunkt des diesjährigen Bohrprogramms sind zwei Bohrungen auf der Erft-Scholle bei Bergheim-Paffendorf und Erftstadt-Bliesheim mit Tiefen von jeweils über 300 m. Die beiden Bohrungen sollen u.a. den Horizont 8 (Hauptkies-Serie) erschließen und Erkenntnisse über die Grundwasserstände sowie die Grundwasserbeschaffenheit liefern.

Bau von drei Förderbrunnen in Korschenbroich
Im Auftrag des Erftverbands werden derzeit drei ca. 24 m tiefe Förderbrunnen in Korschenbroich (Ortsteile Herzbroich, Kleinenbroich, Pesch) errichtet, die ab Dezember 2011 neben vier bereits bestehenden Brunnen und einer Förderanlage an einem Baggersee zur Kappung von Grundwasserspitzen betriebsbereit sein sollen. Mit Hilfe der Förderanlagen können zukünftig bei sehr hohen Grundwasserständen Vernässungsprobleme an Gebäuden in Korschenbroich gemindert werden. Der wasserrechtliche Erlaubnisantrag für die Grundwasserentnahme sowie für die Einleitung des Wassers in Vorfluter befindet sich noch im Prüfungs- bzw. Beteiligungsverfahren durch den Rhein-Kreis Neuss.

Kooperationsvereinbarungen zur Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie
Der Erftverband hat mit den zuständigen Bezirksregierungen in Köln und Düsseldorf vereinbart, die Europäische Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie kooperativ umzusetzen. Die Kooperationsvereinbarungen regeln, wie die Hochwassergefahren- und -risikokarten an den Gewässern im Verbandsgebiet, für die ein signifikantes Hochwasserrisiko besteht, arbeitsteilig erstellt werden. Der Erftverband wird eine Entschädigung für die zu leistenden Arbeiten (Vermessung, Simulation) erhalten.

Schuldenbarometer
Ende des 3. Quartals bestehen Verbindlichkeiten bei Kreditinstituten in Höhe von 391,3 Mio. Euro. Der Schuldenstand ist gegenüber dem Stand 30.03.2011 netto um 10,3 Mio. Euro gesunken. Der durchschnittliche Portfoliozins beträgt aktuell 4,30 % gegenüber 4,32 % im 1. Quartal 2011.

Die Anzahl der Einzeldarlehen konnte auf 115 gegenüber 131 im 1. Quartal 2011 reduziert werden.

Der Durchschnittszins der Grundgeschäfte - ohne Swaps – ist im Vergleich zum 1. Quartal 2011 von 2,77 % auf 2,94 % angestiegen. 

Kreditreporting durch die Commerzbank
Das Kreditportfolio des Erftverbandes wurde 10 Jahre lang von der Deutschen Bank analysiert und bewertet. Nunmehr hat erstmals die Commerzbank ein Reporting zur Unterstützung der aktiven Steuerung des Kreditportfolios rückblickend auf das Jahr 2010 erstellt. Der 70 seitige Bericht analysiert das Portfolio und allgemeine Marktdaten und stellt Risikoanalysen dar. Der Kreditreport wurde im Verbandsrat von Analysten der Bank vorgestellt. Die Bank bescheinigt dem Erftverband im Kreditbestand eine hohe Flexibilität bei geringen Zinsänderungsrisiken: "Die geschaffene Finanzierungssituation ist daher sehr gut, die strategischen Ziele lassen sich hierdurch problemlos umsetzen.

Jahresabschluss 2010
Der vom Erftverband erstellte Jahresabschluss für das Wirtschaftsjahr vom 01. Januar bis zum 31. Dezember 2010 wurde von der pwc Wirtschaftsprüfungsgesellschaft unter Einbeziehung der Buchführung gemäß §§ 316 ff. HGB geprüft. Der Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers enthält folgende Aussage: "Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Verbands."

Veranlagungsausschuss
Der Veranlagungsausschuss der Delegiertenversammlung des Erftverbands tagt am 11. Oktober 2011. Vorberaten werden hierbei insbesondere die Veranlagungsrichtlinien 2012. Zwei neue Regelungen sollen in die Veranlagungsrichtlinien aufgenommen werden. Der Erftverband hat die Aufgabe zur Regelung des Grundwasserstands im Raum Korschenbroich übernommen. Die entstehenden Kosten werden ausschließlich von der Stadt Korschenbroich gezahlt. Des Weiteren ist eine Regelung notwendig für den Mehraufwand, den die von den Abraumkippen des Braunkohletagebaues beeinflussten Gewässer verursachen. Die Beiträge sind ausschließlich vom Bergbautreibenden zu tragen.

Wirtschaftsplanausschuss
Der Wirtschaftsplanentwurf 2012 ist erstellt und wird nach Zustimmung des Verbandsrats am 20. Oktober 2011 im Wirtschaftsplanausschuss der Delegiertenversammlung beraten. In dieser Sitzung wird die Commerzbank ihren Report zum Kreditmanagement des Erftverband vorstellen und erläutern. Die jährlichen Zins- und Tilgungsleistungen des Verbands von insgesamt über 40 Mio. Euro sind ein erheblicher Kostenbereich, den es besonders kritisch und innovativ zu steuern gilt.

RBF Niederaussem baulich fertiggestellt
Die Bauleistungen für den Retentionsbodenfilter Niederaussem konnten nach rund 9 Monaten Bauzeit Ende Juni abgeschlossen werden.  Im Mai wurden auch die rund 45.000 Schilfpflanzen gesetzt. Das RBF kann derzeit noch nicht in Betrieb genommen werden, da sich die Schilfpflanzen erst in einer Vegetationsperiode im Becken etablieren müssen. Das Ziel ist hier eine intensive Durchwurzelung des Filtersandes und ein nahzu flächiger Schilfbestand bis Ende Oktober 2011. Die Inbetriebnahme ist für Ende November geplant.

Photovoltaik auf Kläranlagen installiert
Der Erftverband hat bereits in den vergangenen Jahren Photovoltaikmodule auf Gebäuden am Verwaltungssitz in Bergheim errichtet. Auf Basis der positiven Erfahrungen wurden nunmehr auf  weiteren Betriebsstellen des Verbandes Module installiert. Auf den Kläranlagen Nordkanal, Glessen, Rheinbach und Enzen wurden insgesamt ca. 3.300 m² Modulfläche mit einer Leistung von ca. 375 kWp errichtet.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an das Vorstandsbüro des Erftverbandes,
Bärbel Lambertz, Telefon 02271-88 1213,
Jochen Birbaum, Telefon 02271-88 1158.