Projekt „Spurenstoffagenda Erft“

Aufwändige Datenanalyse läuft

Bei seinem Forschungsprojekt „Spurenstoffagenda Erft“ hat der Erftverband die Bestandsaufnahme abgeschlossen. Aus zirka 800 Wasserproben wurden rund 110.000 Datensätze gewonnen, die voraussichtlich bis zum Herbst ausgewertet werden. Je nach Ergebnis wird der Erftverband für seine Kläranlagen gezielte Bedarfs- und Effizienzanalysen erstellen, um notwendige und wirtschaftliche Maßnahmen zur Reduktion von Spurenstoffen zu ermitteln.

Das Projekt „Spurenstoffagenda Erft“ begann im März 2016 mit der Entnahme von Wasserproben aus Erft und Swist jeweils vor und hinter sowie direkt im Ablauf der Kläranlagen Grevenbroich-Wevelinghoven, Grevenbroich, Bedburg-Kaster, Bergheim-Kenten, Erftstadt-Köttingen, Weilerswist, Rheinbach-Flerzheim, Rheinbach, Euskirchen-Kessenich und Bad-Münstereifel-Kirspenich. Darüber hinaus nahm der Erftverband auch an weiteren Stellen an den Nebengewässern Swist, Veybach, Rotbach, Neffelbach, Finkelbach, Gillbach und Norf Wasserproben.

Das Labor des Erftverbandes in Bergheim untersuchte die Proben jeweils auf bis zu 170 Parameter. Insbesondere Arzneimittel wie Betablocker (z. B. Metoprolol und Sotalol), Antibiotika (z. B. Clarithromycin und Sulfamethoxazol), Antiepileptika (z. B. Carbamazepin) und Schmerzmittel (z. B. Diclofenac), aber auch das Korrosions- und Frostschutzmittel Benzotriazol konnten häufig nachgewiesen werden. Darüber hinaus wurden die Proben auch auf Umwandlungsprodukte von bestimmten Medikamenten (z. B. von Diclofenac und Carbamazepin) oder Pflanzenschutzmitteln untersucht.

Die Untersuchungsergebnisse von mindestens zwei Parametern fließen darüber hinaus als Datengrundlage in ein Gewässergütemodell ein, das das Verhalten der Stoffe im Gewässer simulieren kann. Mit dem Modell ist es möglich, die Stoffbelastung der Fließgewässer zu beliebigen Zeitpunkten und an beliebigen Stellen darzustellen. Somit können durch das Modell Gütedaten ergänzt werden, die zuvor durch ein Monitoring nicht erfasst wurden. Zudem können Zukunftsszenarien wie z. B. der Einsatz einer vierten Reinigungsstufe und deren Effekte auf die Gewässerbeschaffenheit aufgezeigt werden.

Das Forschungsprojekt „Spurenstoffagenda Erft“ dauert insgesamt 18 Monate. Die Kosten betragen rund 650.000 Euro. Sie werden zu 80 Prozent vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert. Das Projekt soll klären, auf welchen Wegen Spurenstoffe in die Erft und ihre Nebengewässer gelangen, welche Rolle die Kläranlagen und andere Eintragspfade dabei spielen und welche Gegenmaßnahmen notwendig sind, um Spurenstoffe in den Gewässern zu reduzieren.

[Bergheim, 13. Juli 2017]

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