Erftverband Bergheim - 150Jahre Wasserwirtschaft für unsere Region

Niederschlag-Abfluss-Modelle

Niederschlag-Abfluss-Modelle sind EDV-Programme, die den Weg des Wassers – ausgehend vom Niederschlag bzw. schmelzenden Schnee – von der Abflussbildung auf der vom Niederschlag betroffenen natürlichen oder versiegelten Oberfläche bis zum Abfluss in den Gewässern eines betrachteten Gebietes mathematisch beschreiben. Dabei werden eine Vielzahl von Teilprozessen betrachtet wie z.B. der Feuchteverlauf im Boden in Abhängigkeit von Niederschlag und Verdunstung, seine Wasseraufnahme- und Durchsickerungsfähigkeit und der zeitliche Verlauf der Wasserbewegung auf der Bodenoberfläche und im Untergrund zu einem Gewässer. Für die Gewässer wird die Verformung der Abflusswellen unter Berücksichtigung von Ausuferungen und Rückhaltungen berechnet.


Modellgebiete

Eingesetzt werden derartige Modelle beim Erftverband seit dem Ende der 80er Jahre, anfangs ausschließlich für den Hochwasserschutz, inzwischen aber für den gesamten Bereich wasserwirtschaftlicher Planungen und Untersuchungen. Dazu verfügt der Erftverband mittlerweile über aktuelle Modelle für den größten Teil seines Verbandsgebietes.

In der nahen Zukunft wird auch für das Einzugsgebiet der Swist ein neues aktuelles Modell erstellt werden und für den Neffelbach erstmalig. Beispielhafte Projekte mit Modelleinsatz sind:

  • Planung und Dimensionierung des Hochwasserrückhaltebeckens Niederberg am Rotbach
  • Untersuchung des Hochwasserschutzes mit den geplanten Rückhaltebecken in den ausgekohlten Tagebauen Mödrath und Garsdorf
  • Gewässerauenprogramm Swist
  • Gewässerauenprogramm Erft
  • Planungen für den Umbau der Erft bei zurückgehenden Sümpfungswassereinleitungen des Braunkohlenbergbaus
  • Ermittlung der Überschwemmungsflächen für ein 100-jährliches Hochwasserereignis

Geplant ist auch der Einsatz der Modelle für Vorhersageberechnungen im Hochwasserfall unter Einsatz von Niederschlagsvorhersagen und Radarnutzung (HOWIS-Projekt), um besser steuernd auf den Ereignisablauf einwirken zu können und für die Gefahrenabwehr frühzeitige und gezielte Informationen zur Verfügung zu stellen.

Ein neuer wichtiger Schwerpunkt für den Einsatz dieser Modelle – insbesondere vor dem Hintergrund der EU-Wasserrahmenrichtlinie – sind aber auch Untersuchungen und Planungen für die Genehmigung von Einleitungen in Gewässer (Untersuchungen nach BWK-M3, Niederschlagswasserbehandlung). Hier bietet die detaillierte Abbildung des komplexen Zusammenwirkens aller Einflüsse die Möglichkeit, optimal dimensionierte und damit kostengünstige Maßnahmen zu planen.

Ansprechpartner:
Dipl.-Ing. Horst Werner (02271) 88-1237

Weiterführende Links:
[HOWIS-Projekt]
[Niederschlagswasserbehandlung]