Die Swist entspringt bei Kalenborn (Rheinland-Pfalz), tritt südlich der Kemper Mühle in Meckenheim nach NRW ein und mündet südlich von Erftstadt-Bliesheim in die Erft. Sie ist mit 288,5 km² Einzugsgebiet das größte Nebengewässer der Erft. In NRW befinden sich 258,09 km² Einzugsgebiet, der Rest befindet sich in Rheinland-Pfalz.
Mit einer Länge von 30,3 km in NRW ist sie gleichzeitig auch das längste Nebengewässer der Erft. Die Swist wird durch eine Vielzahl von Nebengewässern gespeist (Müggenhausener Flies, Schießbach, Jungbach/Orbach, Wallbach, Eulenbach, Morsbach, Ersdorfer Bach, Altendorfer Bach, ehem. Lüftelberger Mühlengraben mit dem kleinen Einzugsgebiet des Eisbachs sowie der Buschbach).
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Weil die Swist bereits teilweise den Charakter eines Bördengewässers besitzt und das Grundwasser bereichsweise abgesenkt ist, ist die Wasserführung im Sommer zeitweise sehr gering. Um den kurz vor der Mündung der Swist in die Erft abzweigenden Liblarer Mühlengraben mit ausreichendem Wasser zu versorgen wurde deshalb von der Erft in Weilerswist über den Weilerswister Mühlengraben in vergangenen Jahrhunderten Wasser zur Swist übergeleitet. Damit konnte die erheblich sicherer wasserversorgte Erft den Wassermangel in der Swist mittels dieser Überleitung teilweise ausgleichen. Die weiteren Mühlengräben an der Swist sind mittlerweile aufgegeben. Hierzu gehörten Gräben zur Versorgung des Gutes Kapellen sowie der Burg Heimerzheim, der Lüftelberger Mühlengraben und die Versorgung der Burgen Müttinghoven und Morenhoven. Diese werden mittlerweile über ein Pumpwerk versorgt. Wasserwirtschaftlich erwähnenswert sind außerdem die Steinbachtalsperre und die Madbachtalsperre, die sich an den Oberläufen des Jungbach/Orbachs befinden. Der ursprüngliche Zweck dieser Talsperren war die Versorgung der Euskirchener Tuchindustrie mit ausreichender Menge und Qualität von Brauchwasser.
Aufgrund des geringen Wasserdargebots im Spätsommer ist das Abflussverhältnis zwischen Niedrig- und Hochwasserführung außerordentlich hoch. In Niedrigwasserzeiten kann die Swistwasserführung auch deutlich unter 200 l/s sinken. Beim bislang höchsten gemessenen Hochwasser 1984 wurde eine Abflussmenge von rund 50 m³/s am Pegel Weilerswist geschätzt.
Diese Hochwasserextreme haben im Nachgang zu einem Ereignis im Jahre 1961 zum nahezu generellen Ausbau geführt, die mit einem sehr eintönigen und stark befestigten Trapezprofil auf über 70% der Länge in NRW ausgebaut wurde.
Aufgrund dieser Ausbaumaßnahmen, die zu derzeit noch von den zuständigen Kreisen Euskirchen und Rhein-Sieg ausgeführt wurden, kam es zu einer Reduzierung der Strukturvielfalt und Lebensbedingungen im Gewässer.
In den verbliebenen drei nicht ausgebauten Streckenabschnitten zwischen Meckenheim und Flerzheim sowie nördlich und südlich der Ortslage Metternich konnte eine höhere Artenvielfalt festgestellt werden. Des weiteren kam es 1984 zu einem weiteren außergewöhnlichen Hochwasserereignis (dem höchsten bislang gemessenen) mit wiederum großen Überschwemmungen in Meckenheim, Heimerzheim, Metternich und vielen weiteren Abschnitten. Die Landschaft zwischen Dünstekoven und Heimerzheim glich einer riesengroßen Seenlandschaft. Hiernach wurde wieder deutlich, dass bei allen bisherigen Ausbaubemühungen ein absoluter Hochwasserschutz nicht herstellbar ist. Deshalb wurden im Rahmen des Gewässerauenprogramms Swist Möglichkeiten gesucht, den Hochwasserrückhalt in der Fläche weiter zu optimieren. Ein wasserwirtschaftlich wirksamer Swistabschnitt im Zentrum des Einzugsgebiets bot sich nahe der Ortslage Miel an, der auch in der Vergangenheit bereits als Maßnahmenstandort identifiziert wurde. Gleichzeitig bot sich hier die Möglichkeit, die strukturellen Defizite zu beseitigen. Neben der vorhandenen landwirtschaftlichen Intensivnutzung, den vorhandenen Draineinleitungen, der parallel verlaufenden Rad- und Wirtschaftswegeverbindung und dem massiven Steinverbau existierten keine weiteren Einschränkungen.
Hieraus ist die derzeit in Umsetzung befindliche Maßnahme „Retentionsraumoptimierung an der Swist südlich der B56" entstanden, die neben der Verbesserung der Retentionswirkung im betreffenden Teilgebiet auch die Renaturierung des Gewässers vorsieht. Beides wird in Teilschritten realisiert, soweit die erforderlichen Flächen dafür zur Verfügung stehen und die Ersatzinfrastruktur erstellt wurde.
Aktuell wurde der vorhandene Radweg von der Swist weg verlegt und findet die Beseitigung des vorhandenen Weges direkt am Swistufer statt.
In den Jahren 2000 bis heute wurden nahezu 10 ha Auenwald angepflanzt, auf Flächen die bereits im Eigentum des Erftverbandes übergangen sind. Das Projekt wird auch durch die Entnahme der Wasserbausteine zur Entfesselung und Renaturierung schrittweise weiter geführt. Es bildet auch Teil eines Trittsteinkonzepts, was die Erreichung der Ziele der Europäischen -Wasserrahmenrichtlinie für die Swist sicherstellen soll.