Der Jüchener Bach hat ein Einzugsgebiet von rund 83 km² Größe. Der 18 km lange Bach beginnt südlich der Gemeinde Jüchen auf einer Höhe von 76 müNN und mündet unterhalb der Ortslage Korschenbroich-Kleinenbroich auf einer Höhe von 35 müNN in den Nordkanal.
Der Ober- und Mittellauf des Jüchener Bachs liegen in der Niederrheinischen Bucht, der Mündungsbereich gehört bereits zum Niederrheinischen Tiefland.
Der Jüchener Bach ist entsprechend in die Kategorie Kleiner Lössbach einzustufen, lediglich im Mündungsbereich ist er als Kleiner Niederungsbach anzusprechen.
![]() |
Die Lage inmitten sehr fruchtbarer Lössböden führte zu einer bereits sehr frühen anthropogenen Überprägung des Gewässers. Begradigungen und Ausbaumaßnahmen wurden sind bereit zu Anfang des 19. Jahrhunderts dokumentiert. Der Unterlauf wurde vollständig neu angelegt, da mit dem Abfluss aus dem Jüchener Bach der von Napoleon geplante Nordkanal gespeist werden sollte. Flurbereinigungen und weitere Ausbaumaßnahmen bis in die 60er und 70er Jahre hinein verstärkten die Überprägung des Baches noch. Heute ist das Gewässer durch eine ackerbauliche Nutzung bis an die Böschungsoberkante heran charakterisiert. Waldflächen sind im Gewässerumfeld nahezu keine mehr vorhanden.
a
Durch den Braunkohlentagebau im Einzugsgebiet des Jüchener Bachs und die damit verbundene Grundwasserabsenkung ist das Quellgebiet trockengefallen. Der Bach weist bei Trockenwetter keinen Basisabfluss mehr auf. Ersatzweise wird der Jüchener Bach deshalb künstlich mit Grundwasser gespeist.
Seit mehreren Jahren werden am Jüchener Bach Renaturierungen durchgeführt. Wichtigste Voraussetzung hierfür ist der Erwerb von Uferstreifen, die ein Abrücken der landwirtschaftlichen Nutzflächen ermöglichen sowie den Raum schaffen, den Bach mäandrierend anzulegen und somit den Bachlauf wieder zu verlängern. Ein weiteres wichtiges Element ist die Pflanzung von Gehölzen, die eine Beschattung des Gewässers ermöglichen und durch ihr Wurzelwerk auch zur Ausbildung wichtiger Strukturen beitragen. Gerade Lössgewässer benötigen zur Ausbildung von Habitatstrukturen Wurzelwerk und Totholz , da sie aufgrund ihres Substrates eher strukturarm sind.
![]() | ![]() | |
-
![]() |
Der Jüchener Bach ist in der Eingruppierung der Wasserrahmenrichtlinie WRRL der Planungseinheit RHE_1200 zugeordnet und auf ganzer Länge als „erheblich verändert“ definiert. Um das Ziel der WRRL, den „guten ökologischen Zustand“ zu erreichen, sind in den nächsten Jahren noch weitere Renaturierungen umzusetzen. Die bisher bereits durchgeführten Maßnahmen benötigen auch die entsprechende Zeit, sich naturnah zu entwickeln. Dieser Prozess wird vom Erftverband dauerhaft begleitet.
Für den Hochwasserschutz betreibt der Erftverband das Hochwasserrückhaltebecken Aldenhoven im Mittellauf des Jüchener Bachs sowie das Hochwasserrückhaltebecken Herberath im Bereich der Gemeinde Jüchen. Neben diesem technischen Hochwasserschutz wirken auch die Renaturierungsmaßnahmen positiv für den Hochwasserschutz, da hierdurch eine frühzeitige Ausuferung stattfinden kann und das Hochwasser in der Fläche rückgehalten werden kann. Zur Erfassung der wasserwirtschaftlichen Gegebenheiten betreibt der Erftverband den Pegel Glehn. Ein zweiter Pegel „Büttger Wald“ im Unterlauf wird vom Land NRW betrieben.