Die Erft verläuft im Westen Nordrhein-Westfalens in Hauptrichtung von Süden nach Norden über eine Fließstrecke von 105 km. Die Quellregion befindet sich oberhalb der Stadt Bad Münstereifel, nahe bei Bonn. Nach einer Strecke von zirka 20 Kilometern verlässt sie den Gebirgsfuß der Nordeifel. Das Gefälle beträgt im Oberlauf 0,5 Prozent. Von dort durchfließt die Erft eine flache Bördenlandschaft und gilt von nun an als Tieflandgewässer der Niederrheinischen Bucht. Das Gefälle im Mittel- und im Unterlauf ist - typisch für alle rheinparallelen Flüsse des Niederrheins - mit 0,08 - 0,04 Prozent sehr gering. Das Einzugsgebiet der Erft umfasst 1.827 Quadratkilometer. In dieser Region leben ca. 600.000 Menschen.
Der Einzugsbereich der Erft wird hauptsächlich landwirtschaftlich, vorwiegend durch Ackerbau, genutzt. Die Grünlandnutzung konzentriert sich auf die ortsnahen Bereiche und die Flussaue. Nur im oberen Abschnitt der Erft existieren eine Reihe größerer, zusammenhängender Waldflächen. Die Verteilung der mittleren Jahresniederschläge im Verbandsgebiet weist deutliche Unterschiede auf. Werden im Süden des Verbandsgebiets, in der Eifel, noch 700 mm/Jahr erreicht, so sind es im Bereich Euskirchen nur 575 mm/Jahr. Nach Norden nehmen die Niederschläge wieder zu und erreichen bei Neuss/Düsseldorf etwa 700 mm/Jahr. Neben den 46 Kläranlagen, die der Reinigung vorwiegend häuslicher Abwässer dienen, nutzen Gewerbe- und Industriebetriebe die Erft zur Einleitung des gereinigten Abwassers.
Im Mittel- und Unterlauf der Erft wird Sümpfungswasser zur Trockenhaltung der Braunkohlentagebaue in die Erft eingeleitet. Die Sümpfwassereinleitungen übertreffen den natürlichen Wasserabfluss um ein Vielfaches. Durch die Verlagerung des Braunkohlentagebaus ist in mittlerer Zukunft mit einer Verringerung der Sümpfwassereinleitungen zu rechnen. Die Beschaffenheit der Erft ist im Großteil ihres Verlaufes mit der Gewässergüteklasse II - III (kritisch belastet) vergleichbar. Als erschwerend für eine Güteverbesserung sind die hohen natürlich bedingten Schwermetalleinträge aus ehemaligen Bleigewinnungsstätten zu nennen.
An die Erft werden vielfältige Nutzungsansprüche gestellt:
Um die verschiedenen Nutzungsansprüche in Einklang zu bringen, ist ein Handlungskonzept erforderlich. Aufgabe dieses Konzepts ist es, die Folgen für das Gewässer abzuschätzen und notwendige Maßnahmen vor dem Hintergrund der wasserwirtschaftlichen, ökonomischen, ökologischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zu entwickeln und durchzuführen. Zur Beschreibung der sich künftig einstellenden Verhältnisse an der Erft (Verbesserung der Abwasserreinigung, Rückgang der Sümpfwassereinleitungen) ist die Prognose für die Substanzgruppen Phosphor und Stickstoff, die Entwicklung des Sauerstoffhaushalts und der Wassertemperatur von besonderem Interesse.
Wesentliches Ziel der Gütesimulation für die Erft ist es, Vorhersagen zu treffen über: