Erftverband Bergheim - 150Jahre Wasserwirtschaft für unsere Region

Untersuchungen zur mikrobiellen Fließgewässerbelastung durch Regenentlastungen der Mischkanalisation am Beispiel der Swist (gefördert durch das Land NRW)

Problemstellung:
Von Regenentlastungsanlagen der Mischwasserkanalisation ist bekannt, dass die eingeleiteten Wasser- und Stoffmengen kurzfristig erheblich über denen der Kläranlagenabläufe liegen können. Es stellt sich die Frage, welchen Beitrag Regenwasserbehandlungsanlagen zur mikrobiellen Belastung der Fließgewässer liefern.

Arbeitsplan:
Alle relevanten Daten über Einleitungen aus Misch- und Trennkanalisation und andere Einleitungen werden durch Sichtung vorhandener Datenbestände sowie Begehung des Bachlaufs zusammengetragen. Im Bereich der ausgewählten Einleitungen werden bei Trockenwetter über das Jahr verteilt Proben genommen, die sowohl die Beschaffenheit des Wassers, als auch des Gewässersediments ober- und unterhalb der Einleitungsstelle beschreiben sollen. Bei Niederschlagsereignissen wird sowohl das eingeleitete Wasser als auch das Gewässer oberhalb und unterhalb der Einleitung beprobt. Zusätzlich zu den bakteriologischen und parasitologischen Parametern werden physiko-chemische Daten erhoben, um die organisch-chemische Belastung einordnen und ggf. mit der mikrobiellen Belastung in Beziehung setzen zu können. Mit Simulationsmodellen sollen anhand der erhobenen bzw. gesammelten Daten verschiedene Szenarien entwickelt werden, die Auskunft über die Größenordnung und Verteilung der Mikroorganismen im Fließgewässer geben. Alle gewonnenen Daten werden mit Hilfe des Geographischen Informationssystems ArcView® erfasst, verwaltet, analysiert und visualisiert.

Untersuchungsraum:
Als Untersuchungsraum wurde das Einzugsgebiet der Swist im Rhein-Sieg-Kreis ausgewählt. In diesem Gebiet befinden sich über 30 Regenentlastungsanlagen. Aus dem Vorgängerprojekt "Untersuchungen zur mikrobiellen Fließgewässerbelastung durch Kläranlagen" sind bereits Daten über das Gewässersystem und die einleitenden Kläranlagen vorhanden.

Zielsetzung:
Das Projekt soll Aufschluss darüber geben, in welchen Größenordnungen Mischwasserentlastungen zu der mikrobiellen Belastung der Fließgewässer beitragen. Das Projekt ist so angelegt, dass die Übertragbarkeit der Methoden und der Ergebnisse auf andere Flussgebiete gewährleistet ist.

Verbundprojektpartner:
Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit der Universität Bonn

Ansprechpartner:
Dr. rer. nat. Ekkehard Christoffels (02271) 88-1109