Seit langer Zeit wird der Mineralabbau (Sand, Kies, Ton, bei uns auch Braunkohle) vorzugsweise in den Flussniederungen betrieben. Diese Standortwahl ergibt sich vor allem aus den geologischen Begebenheiten, da die Sedimentablagerungen aus Gewässern eine reichhaltige Quelle für leicht erreichbares Material bilden. Zudem bringt die Nähe zu einem Gewässer oft einen wichtigen logistischen Vorteil, da der Wasserweg einen effizienten und billigen Transport des abgebauten Materials ermöglicht. Dies führte zu zahlreichen zerstreut liegenden Abbaugruben entlang der europäischen Flüsse.
Um zu untersuchen, wie bestehende und geplante Gruben einer gewässerverträglichen Nutzung zugeführt werden können, hat der Erftverband zusammen mit zwei niederländischen und zwei französischen Partnern des Projekt SAND (Spatial quality enhancement, Alleviation of flood damage and Nature enlargement through (re)Development of mineral extraction sites along rivers) ins Leben gerufen. SAND möchte die Abbaugruben zum Hochwasserschutz in Nordwesteuropa nutzen, wobei ein besonderes Augenmerk auf die Verbesserung der Wasser- und Raumqualität gerichtet werden soll. Hierzu betrachtet SAND ausgewählte Abbaustätten in verschiedenen Ländern und an unterschiedlichen Flüssen (große Ströme wie der Rhein und die Seine, aber auch kleine wie die Oise, die Aisne und die Erft), an denen die jeweiligen Projektpartner bereits Maßnahmen zum Hochwasserschutz planen.
Der Erftverband bringt das im ehemaligen Tagebau Frechen gelegene Hochwasserrückhaltebecken Mödrath in SAND ein. Gefördert werden der Bau des Hochwasserrückhaltebeckens zu einem Teil, die Erstellung eines Nutzungskonzeptes für den planmäßig überfluteten Bereich der zwischen Erft und dem Rückhaltebecken gelegenen Erftaue und Untersuchungen zur Verbesserung der Wasserqualität des Boisdorfer Sees.
Das SAND-Projekt wird im Rahmen des INTERREG IIIB NW – Programms der Europäischen Union gefördert. Hierbei handelt es sich um ein Strukturförderprogramm der Europäischen Union.
Das Projekt endete am 31.12.2008. Die Projektergebnisse sind im SAND-Book (englisch) beschrieben, ein deutschsprachiges Extrakt hieraus können Sie in der Zusammenfassung finden.
Ansprechpartner:
Dipl.-Ing. (FH) Volker Gimmler (02271) 88-1291
Dr.-Ing. Ulrich Kern (02271) 88-1245
Download (pdf):
SAND-Book (englisch)
Zusammenfassung SAND-Projekt
Weiterführender Link:
[Hochwasserrückhaltebecken Mödrath]
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