Erftverband Bergheim - 150Jahre Wasserwirtschaft für unsere Region

Grundwasserbeschaffenheit

Die Trinkwasserversorgung im Gebiet des Erftverbands basiert im Wesentlichen auf der Gewinnung echten Grundwassers. Die Qualität des in erster Linie aus sandig-kiesigen Porengrundwasserleitern geförderten Wassers kann allerdings durch die nachfolgend genannten Prozesse beeinträchtigt werden:

  • diffuse flächenhafte Stoffeinträge bei landwirtschaftlicher Nutzung und durch Verschmutzung der Atmosphäre (z.B. Nitrat, Sulfat, Pflanzenbehandlungs- und Schädlingsbekämpfungsmittel)
  • Abstrom hoch mineralisierter, versauerter Wässer aus Abraumkippen des Braunkohlen-, Steinkohlen- und Erzbergbaus (z.B. Eisen, Sulfat, Schwermetalle)
  • punktuelle Schadstoffeinträge durch Altlasten, Deponien und Unfälle im Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (z.B.  chlorierte Kohlenwasserstoffe und Schwermetalle)

Bergbaubedingte Grundwasserabsenkungen und gebietsweise auftretende Qualitätsprobleme der oberflächennahen Grundwässer führen zu einer zunehmenden Verlagerung der Wassergewinnung in tiefere Stockwerke. Diese sind zwar teilweise durch grundwassernichtleitende Tonschichten geschützt, aber die Entnahmen für die Sümpfung und die Wasserversorgung lassen oberflächennahes Grundwasser nachfließen, so dass vorhandene Belastungen ebenfalls einer Tiefenverlagerung unterliegen.

Um die Nutzbarkeit des Grundwassers aus qualitativer Sicht sicherzustellen und bei negativen Veränderungen rechtzeitig reagieren zu können, wird die Beschaffenheit des Grundwassers flächendeckend und tiefenorientiert überwacht.

Zu diesem Zweck entnehmen Probenahmeteams des Erftverbands jährlich annähernd 2.000 Wasserproben aus Grundwassermessstellen und Förderbrunnen. Dabei werden Parameter wie Temperatur, pH-Wert, elektrische Leitfähigkeit, Sauerstoffkonzentration und Redoxpotential vor Ort im Gelände gemessen.



GrundwasserprobenahmAbb. 1: Grundwasserprobenahme

Im verbandseigenen Labor erfolgt anschließend die vollständige Analyse der Proben. Das Routineuntersuchungsprogramm umfasst etwa 20 Stoffe, zu denen die Hauptanionen und -kationen, Parameter des Kalk-Kohlensäure-Gleichgewichts und ausgewählte Schwermetalle gehören. Für Sonderuntersuchungen werden bis zu 140 weitere Substanzen analysiert, die insbesondere Metalle, chlorierte Kohlenwasserstoffe und Pflanzenschutzmittel umfassen.

Ansprechpartner:
Dr. Nils Cremer (02271) 88-1228
Dipl.-Ing. Rolf Wollny (02271) 88-1123