Erftverband: Wärmeversorgung mit Sümpfungswasser geht in Betrieb

Nach rund sechs Monaten Bauzeit nimmt der Erftverband am 15. April in Bergheim die erste und größte Heizung in Deutschland mit einem selbstreinigenden Wärmetauscher in Betrieb, die Energie aus dem warmen Sümpfungswasser gewinnt. Die Anlage mit einer Gesamtkapazität von 620 Kilowatt nutzt das warme Grundwasser aus dem Tagebau Hambach zur Wärmeversorgung der Gebäude am Standort Bergheim. Der Erftverband investiert rund 650.000 Euro in diese effiziente und klimafreundliche Technik.

Für Vorstand Norbert Engelhardt stehen Energieeffizienz und Nutzung regenerativer Energiequellen ganz oben auf der Agenda: „Der Erftverband erzeugt derzeit rund 25 Prozent des benötigten Stroms selbst. Allein durch die Verbrennung von Klärgas in eigenen Blockheizkraftwerken fallen rund elf Millionen Kilowattstunden Strom im Jahr an, die wir direkt zum Betrieb der Kläranlagen verwenden“, so Engelhardt. „Als nachhaltig handelndes Umweltunternehmen ist es unser Anspruch, regenerative Energiequellen stärker zu nutzen. Die Wärmeenergie des Sümpfungswassers ist in großer Menge und in unmittelbarer Nähe vorhanden. Die Investition in diese neuartige Anlage stellt aufgrund der geringen Betriebskosten und des niedrigen CO2-Ausstoßes nicht nur eine umweltfreundliche, sondern auch eine wirtschaftliche Alternative für uns dar.“

Die Sümpfungswasserleitung (Wiebachleitung) läuft direkt an den Gebäuden des Erftverbandes vorbei und führt große Mengen an Wärmeenergie mit sich, die für Heizzwecke genutzt werden kann. „Für uns ist Energieeffizienz nicht nur für die Tagebaue und Kraftwerke wichtig. Wir unterstützen unterschiedlichste Projekte, die Energie aus dem Kraftwerksprozess oder Geowärme aus dem Boden für Heizzwecke nutzen“, betonte Lars Kulik von RWE Power und weiter: „Ich freue mich daher, dass wir unsere Kompetenz auf diesen Gebieten in das gemeinsame Projekt mit dem Erftverband einbringen konnten.“

Zunächst werden rund 35.000 Liter Sümpfungswasser pro Stunde durch den Wärmetauscher der Heizung gepumpt. Dabei gibt das bis zu 26 Grad warme Grundwasser zirka sechs Grad an den getrennten Wasserkreislauf der Heizung ab. Nach einer erfolgreichen Inbetriebnahmephase wird der Durchfluss von Sümpfungswasser auf rund 70.000 Liter pro Stunde erhöht und die Anlage erreicht ihre Gesamtleistung von 620 Kilowatt. Bei einem jährlichen Gesamtbedarf von 1200 Kilowattstunden spart der Erftverband dann im Jahr rund 58.000 Euro an Heizkosten ein.

[Bergheim, 15. April 2014]

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