Erftverband Bergheim - 150Jahre Wasserwirtschaft für unsere Region

Kanalisation für La Union/Peru

Durch den Spendenaufruf des Erftverbands sowie weiterer, privater Spenden konnte den Bewohnern des Dorfes La Union in Peru bereits im Sommer 2005 eine Zuwendung in Höhe von 6.000,- Euro überwiesen werden. Die Kommunalgemeinde im Nachbardorf Iscuchaga übernahm ebenfalls einen Anteil der Kosten. Dank dieser Hilfe konnte das Projekt "Kanalisation für La Union" inzwischen erfolgreich abgeschlossen werden. Allen, die hierzu beigetragen haben, sei an dieser Stelle herzlich gedankt.

Am 12. März 2007 besuchten nun die Sprecher der Gemeinde La Union, Felipe Hermoza Rojas, und Oscar Peres den Erftverband, um über das erfolgreich abgeschlossene Projekt zu berichten und die Grüße und auch den Dank der Gemeindemitglieder zu überbringen.




Foto (v. l.): Christian Bohm (ehrenamtl. Projektbegleitung - Erftverband), Norbert Engelhardt (stellv. Vorstand des Erftverbands), Felipe Hermoza Rojas (Sprecher La Union), Oscar Peres und Pfarrer Wolfgang Hindrichs (Evangelische Kirchengemeinde Düren)

Foto (v. l.): Christian Bohm (ehrenamtl. Projektbegleitung - Erftverband), Norbert Engelhardt (stellv. Vorstand des Erftverbands), Felipe Hermoza Rojas (Sprecher La Union), Oscar Peres und Pfarrer Wolfgang Hindrichs (Evangelische Kirchengemeinde Düren)

 
 



Der Hintergrund
Im Jahr 2050 werden wahrscheinlich bis zu 13 Milliarden Menschen auf der Erde leben - die meisten in Städten, die sich schon heute zu riesigen Häusermeeren entwickeln: Moloche mit mehr als 20 Millionen Einwohnern, an deren Rändern sich immer mehr Menschen unkontrolliert ansiedeln; Trinkwasser und Lebensmittel werden knapp; die Gesundheitsversorgung bricht zusammen; Arbeit und Bildung sind Mangelware. Besonders dramatisch ist die Situation in den Entwicklungsländern, denn anders als westliche Industrienationen verzeichnen sie ein sehr hohes Bevölkerungswachstum. Als ein Beispiel hierfür steht Peru mit seiner Hauptstadt Lima, in deren Umkreis sich mittlerweile die Hälfte der Peruaner angesiedelt haben (geschätzte Einwohnerzahl: ca. 14 von 28 Mio). Aber auch Städte wie Arequipa oder Cusco sowie die vergleichsweise kleineren Kreisstädte tragen das gleiche Schicksal.

Das Projekt "Kanalisation für La Union"
In den zentralen Anden an der Hauptverkehrsstraße von Cusco nach Lima liegt das Dorf Iscuchaga. Auch seine verkehrsgünstige Lage ist Grund für das enorme Bevölkerungswachstum Iscuchagas.

La Union

An den Rändern der Verkehrsader wachsen Ansiedlungen wie Pilze aus dem Boden; die Verwaltung hat keine Mittel, eine entsprechende Infrastruktur aufzubauen. Einen Kilometer vor Iscuchaga entfernt, ebenfalls an der Landstraße liegt die Siedlung "La Union".


Ihre 800 Einwohner stammen aus kleinen, entlegenen Ortschaften, wo es kaum eine Überlebensmöglichkeit für sie gibt. Die Menschen halten sich und ihre Familien als Tagelöhner mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser. Strom, Trinkwasser und eine Bushaltestelle hat sich die Einwohnergemeinschaft schon von der Kommunalverwaltung erkämpft, aber für die dringend notwendige Abwasserkanalisation fehlte bislang das Geld.

Anfang des Jahres 2004 wandten sich die Einwohner mit einem Baukonzept und der Bitte um finanzielle Unterstützung an die Evangelische Kirchengemeinde zu Düren, die bereits zahlreiche Hilfsprojekte in der Region betreut.

Ein Mitarbeiter des Erftverbands hat das Konzept in ehrenamtlicher Arbeit technisch und rechnerisch geprüft.

Einwohner aus La Union


Kanalisationsbau

Mit den bis zum Sommer 2005 eingegangenen Spenden konnte dann ein Großteil der Materialien gekauft und mit dem Bau der Kanalisation begonnen werden. Ende 2005 waren die Arbeiten an den Abwasserleitungen und Hausanschlüssen in vollem Gang. Da Maschineneinsatz zu teuer war, legten die Bewohner der Siedlung selber tatkräftig mit Schaufel und Pickel Hand an. In Eigenleistung hoben sie Gräben aus und verlegten Kanalrohre. So konnten die Arbeiten im Jahr 2006 erfolgreich abgeschlossen werden.