In den vergangenen Jahrzehnten wurden im Bereich der Abwasserreinigung erhebliche Anstrengungen unternommen, die einen wesentlichen Beitrag zur positiven Veränderung des Zustands der Gewässer leisten. Zunehmend geraten dabei auch Maßnahmen zur Entfernung von Keimen, Bakterien und Viren aus dem Abwasser in den Blick. Diese Ziele lassen sich mit dem Einsatz der Membrantechnik und den dabei verwendeten Mikro- und Ultrafiltrationsmembranmodulen erreichen, weshalb diese eine zukunftsweisende Lösung beim Neubau oder der Erweiterung von kommunalen Kläranlagen darstellen.
Das Membranbelebungsverfahren ist eine Kombination aus dem herkömmlichen biologischen Belebtschlammverfahren zur Abwassereinigung und einer Feststoffabtrennung durch Membranfilter. Die Membranfiltration ersetzt in einem Behandlungsschritt die klassischen Nachklärbecken sowie nachgeschaltete Filtrationsstufen. Vorteile ergeben sich durch die erhebliche Steigerung der Ablaufqualität. Der geringe Flächenverbrauch für den Bau ist ein weiteres Argument für diese Technik.
Möglich wird das durch so genannte Mikrofiltrationsmembranen. Nachdem Bakterien das Abwasser biologisch gereinigt haben, wird es durch feinste Poren gefiltert. Bei einem Porendurchmesser von weniger als einem tausendstel Millimeter halten diese Filter nicht nur alle Feststoffe sondern auch Viren und Krankheitserreger zurück.
Gleichzeitig werden auch die Bakterien zurückgehalten, die für die biologische Abwasserreinigung zuständig sind. Sie können in den Belebungsbecken so hoch aufkonzentriert werden, dass diese Becken nur noch rund ein Drittel so groß sind wie auf herkömmlichen Klärwerken. Damit ergeben sich für Planung, Bau und Betrieb kommunaler Abwasserreinigungsanlagen neuartige Möglichkeiten, die Reinigungsleistung zu erhöhen und gleichzeitig den Flächenverbrauch zu reduzieren.
Der Erftverband hat 1999 als erster in Deutschland das Membranbelebungsverfahren zur Reinigung kommunaler Abwässer großtechnisch eingesetzt.
Weiterführender Link: [Flyer „Zukunft der Abwasserreinigung“]
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Abb. 1: Filtrationsverfahren |