Bei einer Ausbaugröße seiner Abwasserreinigungsanlagen von ca. 1,1 Mio. Einwohnerwerten reinigt der Erftverband das Abwasser von ungefähr 770.000 Einwohnern sowie zahlreichen gewerblichen Unternehmen im Einzugsgebiet der Erft. Dazu betreibt er derzeit 42 leistungsstarke Kläranlagen mit einer Ausbaugröße von 100 bis 132.000 Einwohnerwerten sowie eine Vielzahl von Regenwasserbehandlungsanlagen, Pumpwerken und Verbindungskanälen.
Die besonderen wasserwirtschaftlichen Verhältnisse innerhalb des überwiegend ländlich strukturierten Einzugsgebietes und die geringe Eigenwasserführung der Gewässer stellen besonders hohe Anforderungen an die Reinigungsleistung der im Verband arbeitenden Kläranlagen. Das drückt sich aus in der restriktiven Festlegung der Reinigungsziele für die Kläranlagen, um eine zufriedenstellende Gewässergüte in diesen Gewässern zu erreichen.
Bei Planung, Bau und Betrieb dieser Anlagen legt der Verband daher Wert auf die neuesten verfahrenstechnischen Konzepte und Erkenntnisse.
Auf Grund der hohen Reinigungsanforderungen sind 16 biologische Kläranlagen mit einer ergänzenden Abwasserfiltration ausgestattet, so dass, bezogen auf die Gesamtausbaugröße, rund 50 Prozent des Abwassers gefiltert in die Gewässer eingeleitet werden.
Durch die Verbesserung der Abwasserreinigung will der Erftverband die Gewässerbelastungen reduzieren, um die Gewässerqualität zu erhalten bzw. weiter zu verbessern. Im Vordergrund steht eine optimale Leistungsfähigkeit eines Gewässers und dessen Belastbarkeit (Immissionsbetrachtung). Aktuell führt das sowohl zur Entwicklung neuer Klärtechnologien als auch zur Erstellung von Retentionsbodenfiltern als Anlagen zur mechanisch-biologischen Reinigung des gesammelten Niederschlagswassers.
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Abb. 1: Größenverteilung der Kläranlagen |