EV-Telegramm 7/17

Hochwasserschutzgesetz II verkündet
Das so genannte Hochwasserschutzgesetz II ist verkündet und wird am 5. Januar 2018 in Kraft treten. Der Gesetzgeber will mit dem Gesetz Maßnahmen zum Schutz vor den Folgen von Hochwasser erleichtern. Neben dem Verbot, neue Heizölverbrauchsanlagen in Überschwemmungsgebieten zu errichten, sollen u. a. in Gebieten, in denen es bei Starkregen zu Hochwasser kommen kann, Maßnahmen zur Entsiegelung der Böden ergriffen werden.

Projekt „Spurenstoffagenda Erft“: Aufwändige Datenanalyse läuft
Bei seinem Forschungsprojekt „Spurenstoffagenda Erft“ hat der Erftverband die Bestandsaufnahme abgeschlossen. Aus zirka 800 Wasserproben wurden rund 110.000 Datensätze gewonnen, die voraussichtlich bis zum Herbst ausgewertet werden. Je nach Ergebnis wird der Erftverband für seine Kläranlagen gezielte Bedarfs- und Effizienzanalysen erstellen, um notwendige und wirtschaftliche Maßnahmen zur Reduktion von Spurenstoffen zu ermitteln.
Das Forschungsprojekt dauert insgesamt 18 Monate. Die Kosten betragen rund 650.000 Euro. Sie werden zu 80 Prozent vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert. Das Projekt soll klären, auf welchen Wegen Spurenstoffe in die Erft und ihre Nebengewässer gelangen, welche Rolle die Kläranlagen und andere Eintragspfade dabei spielen und welche Gegenmaßnahmen notwendig sind, um Spurenstoffe in den Gewässern zu reduzieren.

Mikroschadstoffe stressen Wasserorganismen
Seit dem letzten Jahr untersucht der Erftverband mit dem Forschungsprojekt „Ökologische Auswirkungen von Mikroschadstoffen“ gemeinsam mit den linksrheinischen Wasserverbänden und der Universität Koblenz-Landau, ob und wie sich Mikroschadstoffe im Wasser auf die Entwicklung von Wasserorganismen und wirbellosen Tieren auswirken. Erste Ergebnisse von im Labor gehaltenen Köcherfliegen zeigen, dass Tiere, die in unbehandeltem Kläranlagenablauf leben, im Vergleich zu Köcherfliegen, die in unbelastetem Wasser bzw. in mit Aktivkohle behandeltem Kläranlagenablauf leben, weniger Energiereserven einlagern können und offensichtlich mehr Energie verbrauchen, um ihren Stoffwechsel aufrecht zu erhalten. Die Analyse wird nun mit Proben aus dem Freiland wiederholt.

Masterplan Abwasser 2025
Nachdem der Erftverband im Frühjahr die Kläranlagen Vettweiß und Vettweiß-Soller außer Betrieb genommen hat, laufen die Planungen zur Stilllegung der Kläranlagen Vettweiß-Froitzhein, Zülpich-Bürvenich, Mechernich-Floisdorf, Mechernich-Glehn und Nettersheim-Pesch. Die Anlagen sind stark sanierungsbedürftig. Ihr Abwasser wird zukünftig zu leistungsfähigeren Klärwerken transportiert und dort gereinigt.
Um das Abwasser aus den Ortslagen überzuleiten, baut der Erftverband neue Verbindungskanäle. Voraussichtlich Ende des Jahres beginnt der Bau des Verbindungskanals von der Kläranlage Froitzheim (1.100 Einwohnerwerte) zum Gruppenklärwerk-Nörvenich. Er besteht aus einer zirka 2,2 Kilometer langen Druckleitung und einer etwa 250 Meter langen Freispiegelleitung, die in Vettweiß-Frangenheim an das bestehende Kanalnetz anschließt. Die Trasse verläuft entlang eines Feldwegs parallel zur B56. Die Arbeiten dauern rund sechs Monate und kosten zirka 1,4 Millionen Euro.

Zertifikate für das gut funktionierende Qualitäts- und Umweltmanagementsystem des Erftverbands bestätigt
Nach erfolgreich abgeschlossenem Überwachungsaudit im Juni 2017 hat die Zertifizierungsgesellschaft den Abschlussbericht der externen Gutachter übersandt. Der Bericht enthält vierzehn Hinweise, die das Managementsystem des Erftverbandes weiter verbessern werden. Auf der Grundlage dieser Ergebnisse sowie der Empfehlung der Auditoren entscheidet die Zertifizierungsgesellschaft auf Aufrechterhaltung der Zertifikate nach DIN EN ISO 9001:2008 für Qualität und 14001:2009 für Umwelt.

EU-weite Konsultation über Mikroplastik
Die EU Kommission hat eine EU-weite Konsultation über Wege zur Vermeidung des Eintrags von Mikroplastik in die Umwelt gestartet. In der Befragung wird neben den Hauptverursachern auch nach möglichen Beiträgen der Kläranlagen zur Verringerung derartiger Einträge gefragt. Da die Antworten auf solche  Befragungen üblicherweise in Richtlinienvorschläge der Europäischen Union münden, empfiehlt es sich, dass möglichst viele an der Befragung teilnehmen. Der Erftverband und die Arbeitsgemeinschaft der nordrhein-westfälischen Wasserwirtschaftsverbände agw werden antworten.

Erftverband saniert Hausanschlüsse in Anstel
Zwischen dem 7. und voraussichtlich dem 25. August saniert der Erftverband in der Wasserburgstraße in Anstel zwischen den Hausnummern 19 und 47 die Hausanschlüsse. Die Arbeiten erfolgen sowohl in geschlossener als auch in offener Bauweise über punktuelle Baugruben.
Die Maßnahme ist Teil der Sanierung des Rommerskirchener Kanalnetzes. Die Arbeiten begannen Anfang 2017 und dauern voraussichtlich bis Ende des Jahres. Die Kosten für die Sanierung der Ortskanalisationen von Anstel, Frixheim, Oekoven und Deelen betragen insgesamt rund 800.000 Euro.

Kanalnetzbetrieb durch Wasserverbände: Professoren sehen keine rechtlichen Bedenken
Will eine verbandsangehörige Gemeinde den Betrieb ihres Kanalbetriebs auf „ihren“ sondergesetzlichen Verband übertragen, begegnet dies keinen rechtlichen Bedenken. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der Bonner Jura-Professoren Durner und Hüttemann. Sie räumen die von anderer Seite geäußerten vergabe-, gebühren- und umsatzsteuerrechtlichen Bedenken in einem jüngst im Verlag Carl Heymanns veröffentlichen Gutachten aus.

  • Ansprechpartner

    Bärbel Lambertz
    Tel. (02271) 88-1213
    Jochen Birbaum
    Tel. (02271) 88-1158.

  • Erftverband

    Am Erftverband 6
    50126 Bergheim
    Tel: 02271/ 88-0
    Fax: 02271/ 88-1210
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